#11: Zeit und Text

Wir müssen ein bisschen vorwärts machen, und lassen deshalb den Aba und den Abakus einfach so an uns vorbeiziehen, schliesslich sind wir nun schön über eine Woche daran, die erste Seite zu lesen und sind auch auf dieser Seite erst in der zweiten Spalte.

Der französische Philosph, der anscheinend Abälard geschrieben wird (Abaillard oder Abaelardus), und der in einer Handschrift des Roman de la Rose, einem monumentalen Werk in altfranzösischer Sprache, natürlich in Paarreim, wie es sich gehörte, abgebildet ist kommt vor dem Eintrag abänderlich. Welch gute Kombination! Wie wenn die mittelalterliche Schriftkultur in der Form der Gestaltung des Dudens reflektiert würde. Es gibt Aufsätze zum unfesten Text, die davon sprechen, dass Schreiberlinge in den Skriptorien die Texte abändern.

Vielmehr sogar müsste man wohl davon sprechen, dass der mittelalterliche Text von der Abänderung lebt, unterschiedliche Versionen machen den Text lebendig, weniger starr. Eine Gemeinsamkeit mit dem im Blog erscheinenden Text: Läuft die Zeit, verändert sich die Gestalt des Textes. Autoren kommentieren, nehmen Bezug aufeinander, manchmal übersetzen sie oder erzählen Geschichten neu wieder.

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