Sonntags am Telefon

Ein üblicher Sonntagmorgen, Frau S. tischt das Morgenessen pünktlich um neun Uhr auf. Das Gewöhnliche: hart gekochte Eier, Himbeerkonfitüre, Butterzopf und Café Crème. Von diesem Programm abzuweichen gliche einem Staatsstreich.
Schön brav streichen Herr S. und Frau S. die Butter auf die Scheibe Zopf, Himbeerkonfitüre darauf. Als ob die Nachbarskinder nicht die ganze Zeit in der Wohnung herumrennen würden.

Frau S. packt den Telefonapparat, sie will Sohn S. anrufen. Der normale Klatsch, den sie Sonntags verbreiten muss. Die altbekannten Fragen, die man mit den vorgeschriebenen Antworten zu quittieren hat. Frau S. bekundet ihre Sorgen darüber, dass die Kinder von Sohn S. ihre Meerschweinchen mit der Wasserpistole bedrohen könnten. Der Sohn S. meint, es bestehe kein Grund zur Sorge, die Pistolen seien nicht mit Wasser gefüllt.

Und dann das: Kindergeschrei im Hintergrund. Herr S. mit der Pistole in der Hand. Frau S. am Telefon: Ihr Mann ziele auf die Nachbarskinder.

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