Kurzbrot

«Sie schreibt Bücher, die sich gut verkaufen, und sie bäckt Shortbreads», argumentierte sie. «Ich mag Shortbreads: Butter, Mehl, Salz und Zucker», lautete sein Urteil. Es sei die Komposition, die fessle: «Um fünf vor halb zehn läuft es noch auf die Katastrophe zu, das musst du so gut planen können. Überhaupt, schau dir die Dramaturgie an: Um viertel vor zehn ist alles wieder gut, weil sich die Katastrophe zum Missverständnis wendet.» Er hätte lieber die Katastrophe behalten, sie verteidigte alles mit der Wendung: «So passt es ins Leben, Anderes wollen wir nicht sehen.»

So haben wir Kitsch und andere Qualitäten unterschieden. Draussen regnete es, im Backofen brutzelten Marroni vor sich hin, ganz wie man sich einen Herbstabend vorstellt. Wenn wir im Film gewesen wären, hätten wir Sherry getrunken statt Caipirinha. Und wir hätten über die Nachbarn gesprochen statt uns diese Kurzgeschichte über den Stromausfall vorzulesen. Wir hatten den Film in uns und assen dazu dieses Butter-Mehl-Salz-Zucker-Gebäck.

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