Nymphéas

Vor einer Woche sind wir zwischen den Bildern hin und her gelaufen. Ich wunderte mich darüber, wie ein Mann in einem Leben so viele Bilder sammeln kann. Man muss dazu natürlich ein grosses Kriegsbudget haben, aber Bührle scheint gerade dies gehabt zu haben. Und dann diese unterschiedlichen Stile: Da stehen gotische Skulpturen neben neben den Künstlern der Moderne, Natures mortes neben Familienessen. Da weiss man manchmal nicht mehr genau, welcher der Teile nature und welcher mort ist, das ist im Barockteil einfacher, weil der Totenkopf gleich nebenan liegt.

Besonders angetan haben es mir die Zuschauer, denen man so schön zuschauen kann, wie sie einem zuschauen, weil man von einem Bild zum anderen geht und wieder zurück und wild gestikuliert, welche Farbkomposition einem besser gefällt. Oder wie die Leute beginnen, plötzlich auch immer wieder die Nähe zum Bild zu verändern, weil das aussieht, als ob man etwas von der Kunst verstehen würde Kunst anzuschauen, weil es dabei gar nicht so sehr auf die Kunst, sondern aufs Schauen und Geschautwerden ankommt.

Neben den Zuschauern sind es natürlich drei Bilder der Ausstellung, die den Teich in den verschiedenen Lichtverhältnissen zeigen und die Nymphéas ganz unterschiedlich erscheinen lassen. Ich erzähle dann, dass ich diese Riesenformate Monets auch im Kreditkartenformat hätte haben können: So hätte ich sie immer mit dabei gehabt. Immer ein Teich voll Nymphen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.