Gelesen: Gardens

Gardens ist ein Essay von Robert Pogue Harrison, Italienischprofessor an der Stanford Universität. Er zeigt in seinem Essay den literarischen und kulturhistorischen Topos des Gartens. Harrison führt seinen Leser von Gartengeschichten mit Eva im Garten über Orte des freien Denkens zu Paradiesvorstellungen des Christentums und des Islams.

Am Topos des Gartens interessiert ihn die Abgeschiedenheit von der restlichen Welt und das Bedürfnis der Menschen, Geschichten zu erzählen: „For Camus it was the sun, but more often than not in Western culture it has been the garden, whether real or imaginary, that has provided sanctuary from the frenzy and tumult of history.“ (ix) Genau dieses sanctuary versucht er aufzuspüren und macht dies sehr überzeugend.

Über das urgärtnerische Symptom des Kultivierens findet Harrison einen Weg durch verschiedene Gärten der Kultur- und Literaturgeschichte und zeigt in der Lektüre dieser Gärten literarische Spitzfindigkeiten. Er spricht davon, dass in Gärten Potenzialitäten angelegt werden, die kultiviert werden müssen von einem Gärtner, der sich kümmert um die Pflanzen und um den Garten.

Harrison analysiert mit scharfem Sinn und zeigt auch die wesentlichen Mängel von Prunkgärten auf, die einzig der Machtdemonstration dienen. Mit spannenden Anekdoten verschattet er den Garten des Sonnenkönigs, nimmt sein eigenes Urteil aber mit Bescheidenheit zurück.

Harrison, Robert Pogue: Gardens. An Essay on the Human Condition.The University of Chicago Press, 2009.

2 Gedanken zu „Gelesen: Gardens

  1. Danke! Nur leider nicht selbst gestrickt, aber das Foto, das ist aus einem Garten: Aus dem Jardin des Tuileries. Bist du eigentlich im Land? Wollen wir Dienstag mit Andi Zmittag essen?

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