Grenzen bauen

Neuerdings haben die Städtischen Werke ein «Gitterdepot», wie sie es nennen. Der Weg dorthin ist ausgeschildert. «Eingang Gitterdepot», steht auf einer Tafel, die eigens für diesen Zweck in den Boden eingelassen wurde. Der Weg führt über einen Parkplatz, der selbst mit Gittern aus diesem Gitterdepot eingezäunt ist.

Nach diesem Parkplatz steht man an einer Umzäunung, die an die Pferde erinnert, die vor den Gittern auf diesem Gelände waren. Darin lagert alles, was das Herz eines Begrenzers begehrt. Gitter, Tafeln, Achtungsignale, möglicherweise Stacheldraht. Dies hängt vom Gebrauch ab. Täglich wird eingefahren mit einem Lastauto, das in sich diese Gitter aufnehmen kann, weil eine Stadt wie die unsrige sich begrenzen muss.

Der Weg ist frisch geteert, der Kontrast zwischen dem Kies und dem Teer lässt dies erkennen. Da ist noch diese Linie. Sie drückt die Perfektion der Umgrenzung aus, die in beamtischer Voraussicht und Ästhetik konstruiert wurde. Sie zeigt, wo der Weg fertig ist: Eine Linie zwischen hochreinem Weg und dem bedrohenden Kies.

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