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Eintönigkeiten

Seit wir aus Sent zurück sind kommen mir die Tage so eintönig vor. Aber sie sind es nicht, ich erinnere mich falsch daran: Seither haben wir nämlich zwei wunderbare Hochzeiten gefeiert, wurden im Tesla herumchauffiert, was sich wie Fliegen anfühlte. Vielleicht trügt der Eindruck, dass einem die Sommer immer nur so aus den Händen rinnen. Und überhaupt: Eintönigkeit ist an sich nicht schlecht, wenn die Töne stimmen, höchst meditativ nämlich.

Verwirrung stiften

Wir essen eine Kleinigkeit im lauschigen Park. Dann wünschen wir zur Abkühlung einen kalten Kaffee. Die Karte führt nichts dergleichen auf, wir fragen nach einem, um über die erste Nachmittagshitzemüdigkeit zu kommen. Was wir meinen, einen Eiskaffee. Wir meinen, es gebe verschiedene Möglichkeiten, wüssten ja nicht, was sie hätten. Bestellen sicherheitshalber einen Eiskaffe oder einen Espresso, je nachdem, was vorrätig sei.

Nach einer Weile hören wir aus der Küche ein Gespräch, der Koch erklärt der Serviererin, da gebe es verschiedene Varianten: doppelter Espresso über Eis oder zwei Kugeln Mokkaeis mit einem Espresso. Wir entscheiden uns für je einen. Es sei eben heute schwierig zu wissen, was Junge unter einem Eiskaffee verstünden. Das, was man in den Ferien bekommen, den Caffè freddo, also einen kalten Kaffee, oder was die Alten unter einem Eiskaffee handelten, mit dem Mokkaeis.

So kommen wir durch diese warmen Tage.

Linkeria #42:

  • Byung-Chul Han über den Hyperkapitalismus und Datensammelwut der Internetkonzerne. Der architektonische Gegensatz von Kaaba und Apple Store macht für ihn zwei Prinzipien sichtbar: Eine Gesellschaft, die sich nach dem Prinzip der Schliessung definiert, und eine Gesellschaft, deren Prinzip die radikale, ja totalitäre Öffnung ist.
  • Über die Retromanie: Was Brockistühle über ihre Besitzer sagen.
  • Hipster wider Willen: Brigitte Federi über niemand Hipster sein möchte und gerade darin ist. (Inklusive Hipster-Test)

Linkeria – 3 Links und Kürzestzusammenfassungen zu interessanten, visionären, relevanten und lesenswerten Texten und Internetseiten in unregelmässiger Folge.

Frau N

Wie schön das Leben doch ist: Einen Ring mit handschriftlicher Gravur der Liebsten tragen.  Sich davonstehlen im Cabrio. Beim Zurückkommen durch die Altstadt gehen. Tanzen, ohne tanzen zu können, aber trotzdem Spass daran haben. Bei jeder Gratulation von neuem in diesem Wonnegefühl schweben, daran denken, wie schön diese ganze Feierlichkeiten waren.

Über allem die Agenda vergessen und durchs sonnigherbstliche Basel vagabundieren. Nachts durchs Quartier gehen und am Kaffeeröstwind riechen. Nach Rom fahren, bevor der Nebel zuschlägt. Danke, Frau N!

Gelesen: Ludlum: Das Galiano Experiment

Die Erzählung ist auf Spannung hin geschrieben, gut für am Strand. Es geht um die Entwicklung des Merge, der die Menschheit weiterentwickeln soll. Die Menschen nehmen ihn gut auf, weil er viele Vorteile bringt, doch sind da auch einige geheime Funktionen angedacht, die nur für den Entwickler, Christian Dresner, zu nutzen sind. Geheime Ermittlungen kommen dem auf die Spur, zeigen alle Intrigen auf, die es dazu benötigt etc.

Interessant ist, dass es sich um ein Thema handelt, das in der Sci-Fi-Literatur gerade sehr aktuell ist. Auch in Dave Eggers The Circle wird die Fantasie eines allumfassenden Systems entwickelt, das sich gegen die Benutzer wendet.