Rezensionen und Interviews zu Jonathan Safran Foers: Eating Animals

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Planen

Schreiben planen dünkt mich immer noch eine der schwierigsten Aufgaben. Eine Schreibberaterin hat mir einmal dabei geholfen, damals ging es ganz gut. Das Rezept war so einfach wie umsetzbar: Schreiben Sie alles auf, was Sie machen müssen. Zuerst streichen Sie alle Termine ab, die Sie wahrnehmen müssen. Und darum herum planen Sie dann. Damals habe ich mir Zeitpläne ausgedruckt und jede Woche zehn Minuten in die Planung investiert. Das war gut.

Heute habe ich mich daran erinnert und leere Pläne aus iCal ausgedruckt, in die ich meine Seminare im Voraus eingetragen habe. Dann habe ich mir die Abgabefristen angeschaut und im Überblick bemerkt, dass es in den nächsten Wochen ganz schön eng aussieht. Dass es eng werden würde, das habe ich mir vorgestellt oder erahnt. Aber dass es gleich so aussehen würde, das hätte ich mir nicht erdacht. Dann habe ich bemerkt, dass ich schon unglaublich lange nicht mehr gebloggt habe. Es stellte sich heraus, dass dies der Zeitpunkt ist, endlich etwas übers Planen zu schreiben, damit ich mich im Blog wieder daran erinnern könnte, dass ich mit diesen übersichtlichen Plänen arbeiten muss, damit ich die Zeit richtig einschätzen kann.

Und die Schreibberaterin meinte, ich müsse auch mal hart mit mir sein, wenn ich mir so enge Termingrenzen setze. Dann gebe es nichts Anderes als im Unglücksfall auch einmal etwas abzusagen.

Aber es regt sich Widerstand: Ich will doch auch spontan bleiben. Der Plan: So spontan wie ein Korsett!

Handschriften

Zu Handschriften geht eines der Seminare dieses Semesters. Endlich mal lesen lernen! Das ist doch etwas für Literaturwissenschaftler. Und dann immer auch noch ein bisschen versuchen, genetische Rekonstruktionen herzustellen, so richtig handfestes Zeugs mit psychoanalytischem Potenzial.

Aber die Abgründe der Entstehung dieser Handschriften interessieren ja nur die Auditoren, die’s im Seminar nicht gibt. Und weil die Kurrentschrift bei jedem Autor anders aussieht, so war das mit Handschriften eben, lesen wir uns bei verschiedenen ein: Walser, Goethe, Heine.

Das schöne daran: Nach der Knobelei stehen nicht ausgefüllte Kreuzworträtsel oder Sudokus, sondern Texte, an denen wir uns nach dem Entziffern erst recht die Zähne ausbeissen.

Damals nannte man das noch Philologie.

Tituliert

Seit letzter Woche darf ich mich nun offiziell mit dem Discountertitel Bachelor of Arts UZH schmücken. Dass das etwas mit Discounter zu tun hat, hat man uns am Anfang des Studiums noch nicht gesagt. Wenn das Studium schon zum Punktesammeln wird, muss der Festredner sich in der Abschlussrede wohl dieses sprachlichen Registers bedienen.

Ein Apéro einzig und allein für uns, die Bachelors und die Masters, die abgeschlossen haben. Eine Feier im grossen Lichthof der Universität, wo in den letzten Jahren getrunken, wo gegessen, gearbeitet, geschwitzt, wo geschwatzt und Zeit vertrödelt wurde, wo der jährliche Aderlass stattfand, wo weiche Knie kuriert, und wir uns unter Nike von Samothrake die interessantesten Thesen um die Ohren schlugen.

Kurz vor der Feier habe ich alle Seminararbeiten aus den Ordnern rausgesucht und aufeinander gestapelt. So ist ein Stapel zum Vorschein gekommen, von dem ich nicht gedacht hätte, dass der so gross sein würde.

Und die Listen, die da in diesem Diplom enthalten sind, einmal auf Deutsch mit zwei Siegeln, einmal Englisch ungesiegelt, Leistungsnachweise nach Fächern aufgeteilt und zum Schluss noch sechsundzwanzig Punkte, die nirgends angerechnet werden konnten. Listen, die nachprüfbar machen sollen, welche Leistungen erbracht wurden. Einmal 4 ECTS, einmal 10 ECTS, einmal 8 und 2 und 3.

Die Sammelei muss weitergehen.

Zeigen Sie Zähne

«Beissen Sie auf die Zähne! Ja, so ist schön, bleiben Sie jetzt genau so und bewegen Sie sich nicht mehr.» – Wie denn auch in dieses Gestell eingespannt? Stäbe fixieren die Ohren, ein weiteres Element die Stirn, der Unterkiefer, die Mandibula bleibt beweglich, und um den geht es ja schliesslich.

Beim zweiten Mal haben sie den Auftrag bekommen, ein Bildlein zu machen in geöffnetem Zustand. Der Orthopäde mit Doktortitel und mehrfachem Fähigkeitsausweis hilft seiner Röntgenassistentin, die richtige Position zu finden: «Öffnen Sie Ihren Mund so weit wie möglich. Und: Zeigen Sie Ihre Zunge, die muss so weit runter wie es nur geht! So wird’s schön, ja genau.» Und Sie, Sie bewegen sich jetzt nicht, sonst können wir das Bild nicht brauchen.

«Nein, sowas verstehen wir nicht als offen, das ist ja völlig unbrauchbar. Offen ist Ruhestellung! So offen sollte man nicht sein.»

Ein drittes: «Schlucken Sie! Jetzt ist die Zunge schön entspannt. Passen Sie auf die Zähne auf, die dürfen Sie nicht zusammenbeissen.»