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	<title>textworker &#187; Gelesen</title>
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	<description>Ein digital zensierter Sudelblock.</description>
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		<title>Ergon und Energeia</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Oct 2011 05:57:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Humboldt]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Transitiv]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Sprache, in ihrem wirklichen Wesen aufgefasst, ist etwas best&#228;ndig und in jedem Augenblicke Vor&#252;bergehendes. Selbst ihre Erhaltung durch die Schrift ist immer nur eine unvollst&#228;ndige, mumienartige Aufbewahrung, die es doch erst wieder bedarf, dass man dabei den lebendigen Vortrag &#8230; <a href="http://textworker.ch/2011/10/06/ergon-und-energeia/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<abbr class="unapi-id" title="http://textworker.ch/?p=2242"><!-- &nbsp; --></abbr>
<blockquote><p>Die Sprache, in ihrem wirklichen Wesen aufgefasst, ist etwas best&#228;ndig und in jedem Augenblicke Vor&#252;bergehendes. Selbst ihre Erhaltung durch die Schrift ist immer nur eine unvollst&#228;ndige, mumienartige Aufbewahrung, die es doch erst wieder bedarf, dass man dabei den lebendigen Vortrag zu versinnlichen sucht. Sie selbst ist kein Werk (Ergon), sondern eine Th&#228;tigkeit (Energeia).</p></blockquote>
<p>Humboldt, Wilhelm von: Sprachbau und Entwicklung des Menschengeschlechts. In: Werke III. Hrsg. von Andreas Flitner und Klaus Giel. Stuttgart, 1963. S. 418.</p>
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		<title>Gelesen: Gardens</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Aug 2011 20:40:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Garten]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Gardens ist ein Essay von Robert Pogue Harrison, Italienischprofessor an der Stanford Universit&#228;t. Er zeigt in seinem Essay den literarischen und kulturhistorischen Topos des Gartens. Harrison f&#252;hrt seinen Leser von Gartengeschichten mit Eva im Garten &#252;ber Orte des freien Denkens &#8230; <a href="http://textworker.ch/2011/08/18/gelesen-gardens/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<abbr class="unapi-id" title="http://textworker.ch/?p=2203"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Gardens ist ein Essay von<a title="Harrison" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Robert_Pogue_Harrison" target="_blank"> Robert Pogue Harrison</a>, Italienischprofessor an der Stanford Universit&#228;t. Er zeigt in seinem Essay den literarischen und kulturhistorischen Topos des Gartens. Harrison f&#252;hrt seinen Leser von Gartengeschichten mit Eva im Garten &#252;ber Orte des freien Denkens zu Paradiesvorstellungen des Christentums und des Islams.</p>
<p>Am Topos des Gartens interessiert ihn die Abgeschiedenheit von der restlichen Welt und das Bed&#252;rfnis der Menschen, Geschichten zu erz&#228;hlen: &#8220;For Camus it was the sun, but more often than not in Western culture it has been the garden, whether real or imaginary, that has provided sanctuary from the frenzy and tumult of history.&#8221; (ix) Genau dieses <em>sanctuary</em> versucht er aufzusp&#252;ren und macht dies sehr &#252;berzeugend.</p>
<p>&#220;ber das urg&#228;rtnerische Symptom des Kultivierens findet Harrison einen Weg durch verschiedene G&#228;rten der Kultur- und Literaturgeschichte und zeigt in der Lekt&#252;re dieser G&#228;rten literarische Spitzfindigkeiten. Er spricht davon, dass in G&#228;rten Potenzialit&#228;ten angelegt werden, die kultiviert werden m&#252;ssen von einem G&#228;rtner, der sich k&#252;mmert um die Pflanzen und um den Garten.</p>
<p>Harrison analysiert mit scharfem Sinn und zeigt auch die wesentlichen M&#228;ngel von Prunkg&#228;rten auf, die einzig der Machtdemonstration dienen. Mit spannenden Anekdoten verschattet er den Garten des Sonnenk&#246;nigs, nimmt sein eigenes Urteil aber mit Bescheidenheit zur&#252;ck.</p>
<p>Harrison, Robert Pogue: Gardens. An Essay on the Human Condition.The University of Chicago Press, 2009.</p>
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		<title>Gelesen: Wofür es sich zu leben lohnt</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Jun 2011 12:19:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Genuss]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Pfaller]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Robert Pfaller h&#246;rte man in letzter Zeit oft, wenn es um Rauch- oder Minarettverbote ging. Bei Radio Stadtfilter hatte er ein Interview zu diesen Themen, das als Podcast herunterzuladen ist. In seinem Buch «Wof&#252;r es sich zu leben lohnt» &#8230; <a href="http://textworker.ch/2011/06/17/gelesen-wofuer-es-sich-zu-leben-lohnt/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<abbr class="unapi-id" title="http://textworker.ch/?p=2185"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Von Robert Pfaller h&#246;rte man in letzter Zeit oft, wenn es um Rauch- oder Minarettverbote ging. Bei <a title="Radio Stadtfilter Winterthur" href="http://www.stadtfilter.ch/">Radio Stadtfilter</a> hatte er ein Interview zu diesen Themen, das als <a title="Podcast Robert Pfaller" href="http://www.stadtfilter.ch/WissenUndVermutenPodcast/WissenUndVermuten20100510">Podcast</a> herunterzuladen ist. In seinem Buch «Wof&#252;r es sich zu leben lohnt» analysiert er die Tendenzen in der Gesellschaft, die zu solchen Ver&#228;nderungen f&#252;hren.</p>
<p>Er spricht von einem Beleuchtungswechsel, der einen Unterschied in der Wahrnehmung provoziert. Zwar hatten die Dinge ihre Sch&#228;dlichkeit schon bevor sie verboten wurden, die Sch&#228;dlichkeitsfaktoren werden immer mehr in den Vordergrund gestellt.</p>
<p>In seiner Argumentation scheint Pfaller immer wieder zu kreisen. Immer wieder die gleichen Beispiele bringt er in unterschiedlichen Blickwinkeln, ohne dabei viel Substanz herauszuholen. Fast mantraartig scheint er sich mit dem Rauchen, der Gesundheit und neoliberaler Kosteneffizienz zu wiederholen.</p>
<p>Er zeigt immer wieder, wie die Postmoderne eigentlich genussfeindlich ist und so gar nichts mehr mit der 68er-Bewegung zu tun hat. Wichtig war f&#252;r mich vor allem das Kapitel, in dem er auch auf die Dialektik der Dinge zu sprechen kommt, denn da zeigt er, dass Verdoppelung ein wichtiger Faktor ist, dass Vernunft nur dann vern&#252;nftig ist, wenn sie auch unvern&#252;nftig sein kann, dass ein Erwachsener nur dann erwachsen ist, wenn er auch erwachsen Erwachsen ist, also nicht so wie ein Kind erwachsen. Die Doppelung mit Adjektiv scheint ihm der wichtigste Punkt, denn nur so wird Genuss genussvoll, auch schon in der vorangegangenen Argumentation macht sich Pfaller stark daf&#252;r, dass Masslosigkeit im Mass gehalten wird oder dass die Vernunft im Zaum gehalten werden muss, damit das Leben lebenswert bleibt.</p>
<p>Eine bereichernde <a title="Meine Lekt&#252;ren" href="http://textworker.ch/lektueren/">Lekt&#252;re</a>.</p>
<p>Pfaller, Robert. Wof&#252;r es sich zu leben lohnt. Elemente materialistischer Philosophie. 3. Aufl. Frankfurt am Main: Fischer, 2011.</p>
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		<title>Gelesen: Ein Amateur</title>
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		<pubDate>Fri, 13 May 2011 16:37:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Art zeitgen&#246;ssischer Entwicklungsroman von Walter Kappacher, in dem Simon vom Motorradmechaniker &#252;ber den Schauspieler und Reiseverk&#228;ufer zum Schreiber wird. Auf einmal fiel ihm auf, da&#223; er schauen konnte, auf zweierlei Art schauen: einfach die Wolken betrachten, wie sie ihre &#8230; <a href="http://textworker.ch/2011/05/13/gelesen-ein-amateur/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<abbr class="unapi-id" title="http://textworker.ch/?p=2144"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Eine Art zeitgen&#246;ssischer Entwicklungsroman von Walter Kappacher, in dem Simon vom Motorradmechaniker &#252;ber den Schauspieler und Reiseverk&#228;ufer zum Schreiber wird.</p>
<blockquote><p>Auf einmal fiel ihm auf, da&#223; er schauen konnte, auf zweierlei Art schauen: einfach die Wolken betrachten, wie sie ihre Form ver&#228;ndernd am Himmel vor&#252;berzogen, oder die bewaldeten H&#252;gel, einfach schauen; oder aber im Schauen, w&#228;hrend er die Landschaft betrachtete, innerlich ganz andere Bilder entstehen lassen, sie verfolgen. Hier durfte er schauen, es war nicht wie in der Bude, wo er, kaum schaute er einmal aus dem verschmutzten Fenster und dachte an etwas, gescholten wurde: Was ist, Schauer! … Was schaust denn schon wieder, bring mir lieber die Kombizange! … Tr&#228;umst schon wieder! (74)</p></blockquote>
<p>Kappacher, Walter. Ein Amateur. Roman. M&#252;nchen: dtv, 2011.</p>
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		<title>Gelesen: Fahrenheit 451</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Apr 2011 16:27:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Bradbury]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Dystopie]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>

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		<description><![CDATA[Ray Bradburys Dystopie einer Welt ohne B&#252;cher, daf&#252;r mit totaler Kontrolle. Die Feuerwehr hat pl&#246;tzlich nichts Anderes mehr zu tun als B&#252;cherpolizei zu spielen und die B&#252;cher, die noch existieren und die Menschen, die sie besitzen, zu verbrennen und so &#8230; <a href="http://textworker.ch/2011/04/30/gelesen-fahrenheit-451/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<abbr class="unapi-id" title="http://textworker.ch/?p=2142"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Ray Bradburys Dystopie einer Welt ohne B&#252;cher, daf&#252;r mit totaler Kontrolle. Die Feuerwehr hat pl&#246;tzlich nichts Anderes mehr zu tun als B&#252;cherpolizei zu spielen und die B&#252;cher, die noch existieren und die Menschen, die sie besitzen, zu verbrennen und so die Erinnerung auszul&#246;schen.</p>
<blockquote><p>«Du musst begreifen, bei der Gr&#246;&#223;e unserer Zivilisation kann keinerlei Beunruhigung der Minderheiten geduldet werden. Sag selbst, was ist unser aller Lebensziel? Die Menschen wollen doch gl&#252;cklich sein, nicht? Hast du je etwas anderes geh&#246;rt? Ich will gl&#252;cklich sein, sagt ein jeder. Und ist er es nicht? Sorgen wir nicht st&#228;ndig f&#252;r Unterhaltung und Betrieb? Dazu sind wir doch da, nicht? Zum Vergn&#252;gen, f&#252;r den Sinnenkitzel? Und wirst du zugeben, dass daran in unserer Kulturwelt kein Mangel herrscht.»</p>
<p>«Nein» (S. 84–85)</p></blockquote>
<p>Bradbury, Ray. Fahrenheit 451. Roman. Z&#252;rich: Diogenes, 2008.</p>
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		<title>Gelesen: Die schwarze Spinne</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 16:20:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Eichhörnchen]]></category>
		<category><![CDATA[Gotthelf]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Schullekt&#252;re von Gotthelf. Lustig, was man dazu sagen kann, zum Beispiel: «Der Teufel ist ein Macho.» Als er vom Kilchstalden kam, sah er von dort die Buchen auffahren vom Boden, jede von zwei feurigen Eichh&#246;rnchen gezogen, und nebenbei sah &#8230; <a href="http://textworker.ch/2011/04/14/gelesen-die-schwarze-spinne/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<abbr class="unapi-id" title="http://textworker.ch/?p=2138"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Die Schullekt&#252;re von Gotthelf. Lustig, was man dazu sagen kann, zum Beispiel: «Der Teufel ist ein Macho.»</p>
<blockquote><p>Als er vom Kilchstalden kam, sah er von dort die Buchen auffahren vom Boden, jede von zwei feurigen Eichh&#246;rnchen gezogen, und nebenbei sah er reiten auf schwarzem Bocke einen gr&#252;nen Mann, eine feurige Gei&#223;el hatte er in der Hand, einen feurigen Bart im Gesichte, und auf dem Hute schwankte glutrot eine Feder. (52)</p></blockquote>
<p>Besonders interessant ist die Lekt&#252;re mit einem Fokus auf die Frauenrolle, die in der Erz&#228;hlung konstruiert wird.</p>
<p>Gotthelf, Jeremias. Die schwarze Spinne. Erzählung. Stuttgart: P. Reclam, 2002.</p>
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		<title>Gelesen: Der Tod des Iwan Iljitsch</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Apr 2011 15:33:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Iwan Iljitsch]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>

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		<description><![CDATA[«Und nun lie&#223; er in seiner Phantasie die besten Minuten dieses angenehmen Lebens an sich vor&#252;berziehen. Allein, wie sonderbar, all diese besten Minuten angenehmen Lebens schienen jetzt gar nicht mehr das zu sein, was sie ihm vordem gewesen. Alle, alle &#8230; <a href="http://textworker.ch/2011/04/11/gelesen-der-tod-des-iwan-iljitsch/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<abbr class="unapi-id" title="http://textworker.ch/?p=2114"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>«Und nun lie&#223; er in seiner Phantasie die besten Minuten dieses angenehmen Lebens an sich vor&#252;berziehen. Allein, wie sonderbar, all diese besten Minuten angenehmen Lebens schienen jetzt gar nicht mehr das zu sein, was sie ihm vordem gewesen. Alle, alle mit Ausnahme erster Kindheitserinnerungen. Dort, in der fernen Kindheit, lag etwas wahrhaft Angenehmes, mit dem man auch heute noch h&#228;tte leben k&#246;nnen, wenn es nur wiederkehren wollte. Freilich war der Mensch, dem dieses Angenehme widerfahren, nicht mehr da: es war gleichsam nur die Erinnerung an einen anderen.» (80)</p>
<p>Tolstoj, Leo. Der Tod des Iwan Iljitsch. Erzählung. Stuttgart: Reclam, 1986.</p>
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		<title>Gelesen: Ich &#8211; ein anderer</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Feb 2011 18:07:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>

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		<description><![CDATA[Kertész, Imre. Ich &#8211; ein anderer : Roman. 2nd Aufl. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2002.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<abbr class="unapi-id" title="http://textworker.ch/?p=2104"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Kertész, Imre. Ich &#8211; ein anderer : Roman. 2nd Aufl. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2002.</p>
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		<title>Gelesen: G&#246;tz von Berlichingen</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Jan 2011 11:59:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Götz]]></category>

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		<description><![CDATA[Endlich den G&#246;tz von Berlichingen auch gelesen. Dies wollte ich schon seit ich den Film Goethe! gesehen hatte, nachdem ihn eine Deutschlehrerin in Berlin empfohlen hatte. Und jetzt hab ich endlich die Gelegenheit am Schopf gepackt und gelesen, weil die &#8230; <a href="http://textworker.ch/2011/01/25/gelesen-goetz-von-berlichingen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<abbr class="unapi-id" title="http://textworker.ch/?p=2097"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Endlich den G&#246;tz von Berlichingen auch gelesen. Dies wollte ich schon seit ich den Film <em>Goethe!</em> gesehen hatte, nachdem ihn eine Deutschlehrerin in Berlin empfohlen hatte.</p>
<p>Und jetzt hab ich endlich die Gelegenheit am Schopf gepackt und gelesen, weil die Feme in Fontanes <em>Stechlin</em> vorkommt, an dem ich immer noch sitze. Im Fontane werden die verschiedenen Versionen vom G&#246;tz thematisiert und dass der Richter in der &#228;lteren Version des G&#246;tz noch viel ungeheurer ausgesehen haben muss.</p>
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		<title>Gelesen: Stine</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Jan 2011 17:03:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Fontane]]></category>
		<category><![CDATA[Julia]]></category>
		<category><![CDATA[Romeo]]></category>

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		<description><![CDATA[Fontanes Sp&#228;twerk Stine lohnt sich sehr zu lesen: So eine Art Romeo und Julia bearbeitet von Fontane, also &#252;ber die St&#228;nde greifend und nat&#252;rlich das Schlimmste nicht vermeidend. Der Spannungsbogen wird sauber aufgebaut, und zum Schluss fliegt der Pfeil richtig &#8230; <a href="http://textworker.ch/2011/01/09/gelesen-stine/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<abbr class="unapi-id" title="http://textworker.ch/?p=2088"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Fontanes Sp&#228;twerk <em>Stine</em> lohnt sich sehr zu lesen: So eine Art Romeo und Julia bearbeitet von Fontane, also &#252;ber die St&#228;nde greifend und nat&#252;rlich das Schlimmste nicht vermeidend. Der Spannungsbogen wird sauber aufgebaut, und zum Schluss fliegt der Pfeil richtig schnell und dann ists auch schon fertig.</p>
<p>Nicht so viel Geplauder wie im Stechlin, aber auch f&#252;r diese Erz&#228;hlung bekommt Fontane wohl seinen <em>Causeur</em>.</p>
<div style="line-height: 1.1em; margin-left: 0.5in; text-indent: -0.5in;">
<p style="margin: 0pt;">Fontane, Theodor. <span style="font-style: italic;">Stine : Roman</span>. Stuttgart: Reclam, 1989.  <span class="Z3988" title="url_ver=Z39.88-2004&amp;ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_id=urn%3Aisbn%3A9783150076934&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rft.genre=book&amp;rft.btitle=Stine%20%3A%20Roman&amp;rft.place=Stuttgart&amp;rft.publisher=Reclam&amp;rft.aufirst=Theodor&amp;rft.aulast=Fontane&amp;rft.au=Theodor%20Fontane&amp;rft.date=1989&amp;rft.isbn=9783150076934"><br />
</span></p>
</div>
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		<title>Gelesen: Die neuen Leiden des jungen W.</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Jan 2011 14:43:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Plenzdorf]]></category>
		<category><![CDATA[Werther]]></category>

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		<description><![CDATA[Edgar Wibeau meldet sich aus seinem Totsein zu Wort zu Schnipseln aus der Nachwelt. Interessant montierte Zitate und viele intertextuelle Verweise auf Goethes Leiden des jungen Werther. Aus Charlotte oder Lotte wird Charlie und aus Werther wird Wibeau. Plenzdorf, Ulrich. &#8230; <a href="http://textworker.ch/2011/01/05/gelesen-ulrich-plenzdorf-die-neuen-leiden-des-jungen-w/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<abbr class="unapi-id" title="http://textworker.ch/?p=2081"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Edgar Wibeau meldet sich aus seinem Totsein zu Wort zu Schnipseln aus der Nachwelt. Interessant montierte Zitate und viele intertextuelle Verweise auf Goethes Leiden des jungen Werther. Aus Charlotte oder Lotte wird Charlie und aus Werther wird Wibeau.</p>
<div style="line-height: 1.1em; margin-left: 0.5in; text-indent: -0.5in;">
<p style="margin: 0pt;">Plenzdorf, Ulrich. <span style="font-style: italic;">Die neuen Leiden des jungen W.</span> Suhrkamp, 2009.  <span class="Z3988" title="url_ver=Z39.88-2004&amp;ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_id=urn%3Aisbn%3A9783518368008&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rft.genre=book&amp;rft.btitle=Die%20neuen%20Leiden%20des%20jungen%20W.&amp;rft.place=Rostock&amp;rft.publisher=Suhrkamp&amp;rft.edition=54.Aufl.&amp;rft.aufirst=Ulrich&amp;rft.aulast=Plenzdorf&amp;rft.au=Ulrich%20Plenzdorf&amp;rft.date=2009&amp;rft.isbn=9783518368008"><br />
</span></p>
</div>
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		<title>Gelesen: Corpus Delicti. Ein Prozess</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Jan 2011 10:21:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Dystopie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Juli Zeh]]></category>
		<category><![CDATA[Methode]]></category>
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		<category><![CDATA[Vernunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Stellen Sie sich vor, Ihnen wird der Prozess gemacht, weil Sie vers&#228;umt haben, die 300 Kilometer pro Woche auf Ihrem Fahrrad abzustrampeln, die Sie sich f&#252;rs Neue Jahr vorgenommen haben. Dann befinden Sie sich in einer &#228;hnlichen Situation wie Mia, &#8230; <a href="http://textworker.ch/2011/01/03/gelesen-juli-zeh-corpus-delicti-ein-prozess/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<abbr class="unapi-id" title="http://textworker.ch/?p=2070"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Stellen Sie sich vor, Ihnen wird der Prozess gemacht, weil Sie vers&#228;umt haben, die 300 Kilometer pro Woche auf Ihrem Fahrrad abzustrampeln, die Sie sich f&#252;rs Neue Jahr vorgenommen haben. Dann befinden Sie sich in einer &#228;hnlichen Situation wie Mia, die Protagonistin von Juli Zehs Erz&#228;hlung <em>Corpus Delicti</em>. Allerdings hat sich Mia die Fahrradkilometer nicht vorgenommen; sie sind ihr vom Staat, vom System auferlegt, damit sie die Bewegung bekommt, die einem in einem totalen Gesundheitsstaat vorgeschrieben ist.</p>
<p>Zeh entwirft in ihrer Erz&#228;hlung <em>Corpus Delicti</em> die Dystopie einer Gesellschaft, auf Vernunft und der <em>Methode</em> basiert. Die <em>Methode</em> ist ideologischer Ersatz und L&#246;sung f&#252;r alle Probleme, die in einer Gesellschaft im Alltag anfallen. Und – das wird von einer <em>Methode</em> schliesslich erwartet – sie hat totale Deutungshoheit &#252;ber schwierige F&#228;lle.</p>
<p>Interessant und lesenswert ist das Buch nicht wegen den Ausf&#252;hrungen auf die Methode, sondern wegen den personellen Verstrickungen, die sich w&#228;hrend des Prozesses zeigen. Ein Anwalt, der sich verselbst&#228;ndigt und seine Mandantin f&#252;r h&#246;here Zwecke benutzt, virtuelle Personen wie die <em>ideale Geliebte</em> oder &#246;ffentlichkeitsgeile Fernsehinterviewpartner, denen zum Schluss hin alles aus dem Ruder l&#228;uft in einer Gesellschaft, die darauf getrimmt ist, nichts aus dem Ruder laufen zu lassen.</p>
<p>Dies alles wird immer wieder in den Modus des Spiels verlegt:</p>
<blockquote><p>Mia schweigt. Die Richterin hat sich geirrt, als sie glaubte, dass die Beschuldigte sich nicht an sie erinnern k&#246;nne. Mias Ged&#228;chtnis zeigt Sophie als eine von vielen schwarz gekleideten Puppen in den Kulissen einer Geisterbahn, ganz hinten im Windschagtten des Schwurgerichts, halb sitzend, halb verborgen vom vorsitzenden Richter, den Beisitzern und Protokollanten. (53)</p></blockquote>
<p>Das Setting dieser Puppengeschichte wird auf eindr&#252;ckliche Weise und mit viel Autoreflexion durchbrochen durch Erinnerungspassagen, die von der Verurteilung von Mias Bruder Moritz erz&#228;hlen. Oder durch Reflexionen &#252;ber das Leben, die im Laufe des Buches immer ausgereifter werden und die Totalit&#228;t der Dystopie durchbrechen:</p>
<blockquote><p>Dem wahren Menschen gen&#252;gt das Dasein nicht, wenn es ein blo&#223;es Hier-Sein meint. Der Mensch muss sein Dasein <em>erfahren</em>. Im Schmerz. Im Rausch. Im Scheitern. Im H&#246;henflug. Im Gef&#252;hl der vollst&#228;ndigen Machtf&#252;lle &#252;ber die eigene Existenz. (92)</p></blockquote>
<div style="line-height: 1.1em; margin-left: 0.5in; text-indent: -0.5in;">
<p style="margin: 0pt;">Zeh, Juli. <span style="font-style: italic;">Corpus Delicti. Ein Prozess</span>. München: btb, 2010.  <span class="Z3988" title="url_ver=Z39.88-2004&amp;ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_id=urn%3Aisbn%3A9783442740666&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rft.genre=book&amp;rft.btitle=Corpus%20Delicti.%20Ein%20Prozess&amp;rft.place=Mu%CC%88nchen&amp;rft.publisher=btb&amp;rft.edition=Genehmigte%20Taschenbuchausg.%2C%201.%20Aufl.&amp;rft.aufirst=Juli&amp;rft.aulast=Zeh&amp;rft.au=Juli%20Zeh&amp;rft.date=2010&amp;rft.isbn=9783442740666"><br />
</span></p>
</div>
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		<title>Das Web bauen</title>
		<link>http://textworker.ch/2010/06/29/das-web-bauen/</link>
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		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 08:19:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Bibliothek]]></category>
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		<category><![CDATA[Planung]]></category>
		<category><![CDATA[Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[Semantik]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie nehmen die Architekturmetapher beim Wort: Morville und Rosenfeld zeigen in ihrem Standardwerk Information Architecture for the World Wide Web die Arbeit des Informationsarchitekten und schaffen damit eine Rechtfertigungsgrundlage f&#252;r den digitalen Bibliothekar. Der Informationsarchitekt wird vorgestellt als einer, der &#8230; <a href="http://textworker.ch/2010/06/29/das-web-bauen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<abbr class="unapi-id" title="http://textworker.ch/?p=1906"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p><a href="http://textworker.ch/kartei/wp-content/uploads/2010/06/morvillerosenfeldinformationarchitecture.gif"><img class="alignright size-full wp-image-1908" title="morvillerosenfeldinformationarchitecture" src="http://textworker.ch/kartei/wp-content/uploads/2010/06/morvillerosenfeldinformationarchitecture.gif" alt="" width="180" height="236" /></a>Sie nehmen die Architekturmetapher beim Wort: Morville und Rosenfeld zeigen in ihrem Standardwerk <em>Information Architecture for the World Wide Web</em> die Arbeit des Informationsarchitekten und schaffen damit eine Rechtfertigungsgrundlage f&#252;r den digitalen Bibliothekar.</p>
<p>Der Informationsarchitekt wird vorgestellt als einer, der D&#228;cher f&#252;r Informationen deckt. Jedes Haus wird f&#252;r einen bestimmten Zweck gebaut und muss umgebaut werden, wenn sich die Anforderungen &#228;ndern. Analog soll es mit den Strukturen geschehen, mit denen Informationen organisiert werden.</p>
<p>Dass es Informationsarchitekten braucht, wird von der Informationsseite her ziemlich schnell klar. Aber auch auf der Seite der finanziellen Interessegruppen wird mit Return on Investment-Studien gezeigt, dass sich Investitionen in Informationsarchitektur lohnen. Dabei gilt es zwei Aspekte zu beachten: Kunden finden sich auf einer Seite mit guter Informationsarchitektur schneller zurecht und finden eher die Dinge, wof&#252;r sie bereit sind, Geld auszugeben. Auf der anderen Seite l&#228;sst sich mit Informationsarchitektur viel Geld sparen: Mitarbeiter finden ihre Dokumente im Intranet schneller, wenn sie gut organisiert sind.</p>
<p>Diese beiden Argumente zeigen dann auch die Orientierung der Informationsarchitekten: Informationen sollen gefunden werden und zwar so, dass die Benutzer der Systeme nicht zuerst komplizierte Suchalgorithmen verstehen m&#252;ssen. An Beispielen wird gezeigt, wie Informationen nutzergerecht aufbereitet werden k&#246;nnen: Viele Webseiten kennen einen Aufbau nach Nutzergruppen. Universit&#228;ten beispielsweise haben oft eine Seite f&#252;r Studieninteressierte, f&#252;r Studierende oder Dozierende. Seiten von Computerherstellern dagegen enthalten oftmals Unterteilungen in Privatkunden, kleine Unternehmen und Grossunternehmen. Die Informationen werden nach diesen Nutzergruppen angeordnet, damit der Interessierte m&#246;glichst schnell zu den gew&#252;nschten Informationen kommt.</p>
<p>Es geht in der Informationsarchitektur also vor allem darum, sinnvolle Strukturen f&#252;r Webseiten zu bauen und dabei mit einer Kombination von Organisation, Labeling, Suchfunktionen und Navigationssystemen Information so zug&#228;nglich zu machen, dass die Nutzer von Webseiten m&#246;glichst schnell zu den Informationen kommen, die sie suchen. Wichtig ist es auch, den Kontext zu beachten: Man kann Informationsarchitekturen nicht in den luftleeren Raum hinaus bauen. Aus diesem Grund gilt es auch Unternehmensprozesse und Nutzerkreise zu kennen.</p>
<p>Informationsarchitekten nach dem Verst&#228;ndnis von Morville und Rosenfeld sind weder Programmierer noch Designer, sondern kommen von der Information her. Semantik ist daher eines der Zentren, um die sich die Informationsarchitektur dreht. Daher sind Metadaten, Vokabulare, Thesauri, Kategorisierungen, semantische Beziehungen dem Informationsarchitekten besonders wichtig.</p>
<p>Das Buch stellt verschiedene Arbeitsfelder vor: Informationsarchitekten visualisieren Datenstrukturen, entwickeln Vokabularien zur Beschreibung von Informationen, entwerfen Strategien zur Integration von Content in die bestehende Informationsarchitekturen, entwickeln Informationsstrategien und gehen empirisch vor. Sie arbeiten vor allem mit Webseiten und Intranets. Morville und Rosenfeld zeigen auch Werkzeuge, mit denen Informationsarchitekten Thesauri erstellen, wie Vokabulare gemanagt werden und was es zu beachten gibt, wenn Informationsarchitekturen implementiert werden. So werden verschiedene Verfahren zum Ermitteln von Vokabularen zum Labeln von Inhalten vorgestellt. Ein Beispiel ist <em>Play Cards:</em> Es geht darum, mit verschiedenen Benutzern Karten zu spielen, die als Labels dienen. Im Spiel wird ermittelt und dokumentiert, wie verschiedene Nutzer Informationen unterschiedlich mit Labels versehen. Auf diese Weise wird empirisch ein Vokabular erstellt, das die Nutzer einbezieht, die im Alltag mit dem Labelsystem zu tun haben werden.</p>
<p>Gerade die Nutzung im Alltag stellt den Informationsarchitekten vor Schwierigkeiten, weil eine Informationsarchitektur nicht etwas ist, was einmal eingesetzt wird und dann auf ewig l&#228;uft: Kommen neue Informationen hinzu, m&#252;ssen diese nach den Vorgaben ins bestehende System eingearbeitet werden. F&#252;r die t&#228;glichen Aufgaben m&#252;ssen Verantwortliche eingesetzt werden, die das System am Laufen halten und die Vokabulare konsequent auf Informationen vergeben und so die Webseiten oder das Intranet auf dem aktuellen Stand halten.</p>
<p>Morville und Rosenfeld zeichnen in ihrem Buch das Bild eines Informationsarchitekten, der den Plan f&#252;r ein Informationshaus erstellt und gleichzeitig Strategien entwickelt, mit denen das Haus auf einfache Weise erweitert werden kann. Dabei wird viel Gewicht auf die Metapher des Architekten gelegt, der haupts&#228;chlich konzeptuell arbeitet und weder selbst das Design f&#252;r eine Website erstellt, noch programmiert.</p>
<p>Morville, Peter/Rosenfeld, Louis: Information Architecture for the World Wide Web. 3. Auflage, O&#8217;Reilly: 2006.</p>
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		<title>José Saramago †</title>
		<link>http://textworker.ch/2010/06/19/jose-saramago/</link>
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		<pubDate>Sat, 19 Jun 2010 12:44:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Saramago]]></category>

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		<description><![CDATA[«Am darauffolgenden Tag starb niemand.» So beginnt und endet José Saramagos Roman Eine Zeit ohne Tod. Gestern ist José Saramago gestorben. Die Nachrufe auf den bloggenden Nobelpreistr&#228;gern betonen alle seinen Atheismus, seine linkspolitische Haltung und sein engagiertes intellektuelles Leben, das in &#8230; <a href="http://textworker.ch/2010/06/19/jose-saramago/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<abbr class="unapi-id" title="http://textworker.ch/?p=1870"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>«Am darauffolgenden Tag starb niemand.» So beginnt und endet José Saramagos Roman <em>Eine Zeit ohne Tod</em>. Gestern ist José Saramago gestorben.</p>
<p>Die Nachrufe auf den bloggenden Nobelpreistr&#228;gern betonen alle seinen Atheismus, seine linkspolitische Haltung und sein engagiertes intellektuelles Leben, das in einfachem Milieu begonnen hat.</p>
<ul>
<li>NZZ: <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/allegorie_und_lebensnaehe_1.6153509.html">José Saramago – Allegorie und Lebensn&#228;he</a></li>
<li><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/allegorie_und_lebensnaehe_1.6153509.html"></a>Die Zeit: <a href="http://www.zeit.de/politik/2010-06/nachruf-saramago">José Saramago, der Unbeugsame</a></li>
<li>FAZ: <a href="http://www.faz.net/s/RubD3A1C56FC2F14794AA21336F72054101/Doc~E4C72D2F721CF458FAE801CC4154A7036~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Die Stimme Portugals. Literaturnobelpreistr&#228;ger José Saramago gestorben</a></li>
</ul>
<p>Das Buch, in dem am darauffolgenden Tag nicht gestorben wird, zeigt die Utopie einer Menschheit, die nicht mehr stirbt. Der Modus des «Was w&#228;re wenn?» l&#228;sst Regierungen in sehr schwierige Situationen kommen und skandal&#246;se Entscheidungen f&#228;llen. Die Figuren in seinem Buch machen sich auf zu einem Exodus in L&#228;nder, in denen noch gestorben werden kann, um der trostlosen Welt zu entkommen.</p>
<p>In einem seiner <a href="http://cuaderno.josesaramago.org/2010/06/02/gracias/">letzten Blogs</a> dankte Saramago Henning Mankell f&#252;r seinen Bericht vom Gazaschiff:</p>
<blockquote><p>Gracias, Mankell.<br />
Un abrazo,<br />
José Saramago</p></blockquote>
<p>Danke, Saramago. RIP.</p>
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		<title>Metafiktion</title>
		<link>http://textworker.ch/2010/02/23/metafiktion/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 21:08:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Bibliothek]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Corporate Identity]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Walter Moers]]></category>
		<category><![CDATA[ZB]]></category>

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		<description><![CDATA[Bibliotheken, die sich eigene Buchbindereien leisten, gibt es ja nur noch selten. Selten sind die B&#252;cher vor ihren Lesern gesch&#252;tzt: Mit Plastikfolie, die Praktikanten lieben lernen, wenn sie sich wieder l&#246;sen l&#228;sst. Die Bibliotheken mit Buchbindereien jedenfalls wollen ein m&#246;glichst &#8230; <a href="http://textworker.ch/2010/02/23/metafiktion/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<abbr class="unapi-id" title="http://textworker.ch/?p=1710"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Bibliotheken, die sich eigene Buchbindereien leisten, gibt es ja nur noch selten. Selten sind die B&#252;cher vor ihren Lesern gesch&#252;tzt: Mit Plastikfolie, die Praktikanten lieben lernen, wenn sie sich wieder l&#246;sen l&#228;sst. Die Bibliotheken mit Buchbindereien jedenfalls wollen ein m&#246;glichst einheitliches Erscheinungsbild ihrer B&#252;cher sichern, sie schaffen sich damit sozusagen ihre Corporate Identity.</p>
<p><a href="http://textworker.ch/kartei/wp-content/uploads/2010/02/Mythenmetz.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1711" title="Mythenmetz" src="http://textworker.ch/kartei/wp-content/uploads/2010/02/Mythenmetz.jpg" alt="Frau von Mythenmetz" width="500" height="375" /></a></p>
<p>Ein Buch schl&#228;gt farblich stark aus dieser Corporate Identity heraus. Grau statt gr&#252;n-br&#228;unlich, aber mit der bekannten Signaturmarke, der Signaturschrift und der Beschriftung mit dem Autorennamen. Schlimmer als Katalogisieren muss es sein, dem Buch eine solche Identit&#228;t zu geben: Kataloge verleichen mit der Zeit, B&#252;cher verschwinden. Aber B&#252;cher verschwinden nicht aus ihrer Identit&#228;tsh&#252;lle. Sie nehmen nur manchmal seltsame H&#252;llen an wie im Fall der <em>Stadt der tr&#228;umenden B&#252;cher</em> von Walter Moers: Alles ist Fiktion. Und in diesem speziellen Fall ohnehin: Ein besonders eifriger Katalogisierer hat die fiktive Autorin, deren fiktiver &#220;bersetzer Walter Moers ist, zur Beschriftung des Buches gemacht. Gratuliere, Frau von Mythenmetz!</p>
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		<title>Dritte Potenz der Seele</title>
		<link>http://textworker.ch/2009/11/02/dritte-potenz-der-seele/</link>
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		<pubDate>Mon, 02 Nov 2009 08:45:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Artes]]></category>
		<category><![CDATA[Didascalicon]]></category>
		<category><![CDATA[Ding]]></category>
		<category><![CDATA[Hugo von Sankt Viktor]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Lektüre]]></category>
		<category><![CDATA[Liste]]></category>
		<category><![CDATA[Name]]></category>
		<category><![CDATA[Seele]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Jeder muss wissen, was er lesen soll, in welcher Reihenfolge er lesen soll und in welcher Weise er lesen soll. Dies ist die Idee des Augustinerm&#246;nchs Hugo von Sankt Viktor, w&#228;hrend er sein Didascalicon schreibt. Im ersten Kapitel macht sich &#8230; <a href="http://textworker.ch/2009/11/02/dritte-potenz-der-seele/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<abbr class="unapi-id" title="http://textworker.ch/?p=1482"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Jeder muss wissen, was er lesen soll, in welcher Reihenfolge er lesen soll und in welcher Weise er lesen soll. Dies ist die Idee des Augustinerm&#246;nchs Hugo von Sankt Viktor, w&#228;hrend er sein Didascalicon schreibt. Im ersten Kapitel macht sich Hugo Gedanken &#252;ber die Artes, die Wissenschaften: Was geh&#246;rt zu den Artes, weshalb besch&#228;ftigt sich der Mensch mit ihnen? Die &#220;berlegungen, die Hugo in der Zusammenstellung seiner Leseanleitung anstellt, sind &#228;usserst weitl&#228;ufig und spannend.</p>
<p>Man muss sich beispielsweise Gedanken &#252;ber die menschliche Seele machen. Hugo teilt die Seele zu diesem Zweck in drei Potenzen ein: eine, die dem K&#246;rper das Leben zuf&#252;gt, eine, die zur Unterscheidung durch die Sinneswahrnehmung bef&#228;higt und eine dritte, die sich auf die Kraft des Geistes und der Vernunft st&#252;tzt. Und genau diese dritte Potenz unterscheidet den Menschen von Gr&#228;sern, die nur mit der ersten Potenz bedacht sind, und von Lebewesen, die mit Sinneswahrnehmung ausgestattet sind:</p>
<blockquote><p>«Diese Potenz steht nur dem Menschengeschlecht allein zur Verf&#252;gung. Sie nimmt nicht nur vollkommene und wohlbegr&#252;ndete Sinneseindr&#252;cke und Vorstellungen auf, sondern erkl&#228;rt und best&#228;tigt auch durch einen vollg&#252;ltigen Erkenntnisakt, was das Vorstellungsverm&#246;gen dargeboten hat. Dieser g&#246;ttlichen Natur gen&#252;gt es daher, wie gesagt, nicht, das zu erkennen, was sich ihren Sinnen darbietet, sondern indem sie aus Sinneseindr&#252;cken Vorstellungen bildet, ist sie auch in der Lage, gegenw&#228;rtig nicht vorhandenen Dingen Namen zu geben, und was sie durch ihr Erkenntnisverm&#246;gen erfa&#223;t, das enth&#252;llt sie durch die Benennung mit W&#246;rtern. Denn auch das ist dieser Natur eigen, da&#223; sie mit Hilfe des Bekannten das Unbekannte erforscht, und von allem will sie nicht nur wissen, ob es sei, sondern auch was, wie beschaffen und sogar warum es sei.» (S. 121)</p></blockquote>
<p>Wie w&#252;rde ein Hugo von heute erkl&#228;ren, dass die dritte Qualit&#228;t dieser Natur abhanden gekommen ist?</p>
<h3>Literatur:</h3>
<p>Hugo von Sankt Viktor: Didascalicon de studio legendi. Studienbuch, lateinisch-deutsch. Hg. von Thilo Offergeld, Freiburg (Breisgau) [u.a.]: Herder 1997 (Fontes Christiani 27) mit Abdruck des von C.H. Buttimer edierten lateinischen Textes, Washington 1939 (= The University of America, Studies in Medieval and Renaissance Latin 10).</p>
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		<title>An den Fl&#252;ssen</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Sep 2009 07:29:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die beiden B&#252;cher, die ich zuletzt gelesen habe, kreisen beide um Fl&#252;sse. Hugo Loetschers War meine Zeit meine Zeit und Ilija Trojanows An den inneren Ufern Indiens. Bei Hugo Loetscher hat Zeit viel mit dem Charakter ihrer T&#228;tigkeit zu tun: &#8230; <a href="http://textworker.ch/2009/09/09/an-den-fluessen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
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<p>Die beiden B&#252;cher, die ich zuletzt gelesen habe, kreisen beide um Fl&#252;sse. Hugo Loetschers <em>War meine Zeit meine Zeit</em> und Ilija Trojanows <em>An den inneren Ufern Indiens</em>.</p>
<p>Bei Hugo Loetscher hat Zeit viel mit dem Charakter ihrer T&#228;tigkeit zu tun: sie fliesst und manchmal zerfliesst sie. Loetscher &#252;berspringt Fl&#252;sse, um immer wieder an «seine Sihl» zur&#252;ckzukommen, an dessen einen Ufer er die Kindheit und am anderen Ufer sein Leben verbracht hat. Von vielen anderen Ufern schreibt Loetscher in seinem Buch, das wie ein R&#252;ckblick auf ein Leben anmutet, das viel unterwegs war.</p>
<p>Dabei verbinden sich Bilder aus Buchstaben, die aus dem Bereich der Fl&#252;sse zehren, aber auch Landschaften einschliessen wie die Alpen oder die Karpaten. Aus den Buchstaben werden nicht nur Bilder: auch klanglich ist das Werk eines, das von Reife zeugt: Nicht aufgeregt im Ton, manchmal fast schon tr&#228;ge, aber immer sch&#246;n ruhig sind die Anekdoten aus Loetschers Leben erz&#228;hlt.</p>
<p>Dennoch: eine Reihung von Anekdoten d&#252;rfte man das Buch nicht nennen, es ist viel tiefsinniger und weiter sch&#252;rfend als kleine Anekdoten, die schnell erz&#228;hlt, aber genauso schnell wieder vergessen sind. Man hat es auch mit h&#246;chst philosophischen Fragen zu tun, die damit zusammenh&#228;ngen, wie wir in die Welt kommen, wenn wir ungefragt daherkommen oder wieder davongehen.</p>
<p>Ilija Trojanows Bericht &#252;ber eine Reise der indischen Art: Sie f&#252;hrt entlang des Ganges, der liebevoll Ganga genannt wird, wie der Fluss in Indien genannt wird. Auf der Strecke sammeln sich Menschen und deren Geschichten an, die mit Religi&#246;sem, Lokalem und Internationalem verkn&#252;pft sind. Die Geschichten, die sich am Lauf des Ganges abgespielt haben, erz&#228;hlt Trojanow hier.</p>
<h4>Die B&#252;cher:</h4>
<ul>
<li>Hugo Loetscher: War meine Zeit meine Zeit. Diogenes, Z&#252;rich 2009.</li>
<li>Ilija Trojanow: An den inneren Ufern Indiens: Eine Reise entlang des Ganges. Hanser, M&#252;nchen 2003.</li>
</ul>
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		<title>K&#246;nigsberg ver-r&#252;ckt</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Jan 2009 07:13:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Kant]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Bernhard]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Name, den man prototypischerweise mit K&#246;nigsberg in Verbindung bringt, ist kein anderer als derjenige Immanuel Kants. Den Namen, den man mit den Kritiken verkn&#252;pft, und dann nat&#252;rlich noch mit dem Ger&#252;cht, dass derjenige, der den Namen tr&#228;gt, zeit seines &#8230; <a href="http://textworker.ch/2009/01/29/koenigsberg-ver-rueckt/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<abbr class="unapi-id" title="http://textworker.ch/?p=819"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Der Name, den man prototypischerweise mit K&#246;nigsberg in Verbindung bringt, ist kein anderer als derjenige Immanuel Kants. Den Namen, den man mit den Kritiken verkn&#252;pft, und dann nat&#252;rlich noch mit dem Ger&#252;cht, dass derjenige, der den Namen tr&#228;gt, zeit seines Lebens nicht aus K&#246;nigsberg herausgekommen sein soll.</p>
<p>Thomas Bernhard schickt Kant auf eine Amerikareise. Und das mit einem Schiff, wo sich See- und Sehkranke treffen, alle mit dem gemeinsamen Ziel. Die Figuren d&#252;rfen wiederholen und variieren, ganz nach dem Prinzip, dass Variation erfreut.</p>
<p>Und was ersieht man an Bernhards Kant? – Variationskunst ist ver-r&#252;ckte Kunst, da wird aus einer Million&#228;rin eine Million&#228;rrin; K&#246;nigsberg verortet sich nicht nur im heutigen Russland, sondern ist gerade da, wo Kant auch ist, im St&#252;ck also auf dem Weg nach Amerika. Denn Kant bringt Amerika die Vernunft, Amerika gibt Kant das Augenlicht, so einfach die Formel als g&#228;be es nichts Selbstverst&#228;ndlicheres.</p>
<p>Es ist ein ver-r&#252;cktes St&#252;ck, dem das Zitat «… es soll nicht hei&#223;en, da&#223; man im Theater Leben darstellen soll…» von Antonin Artaud vorangestellt ist. Da bleibt nur noch die Frage, was sich im Theater dann darstellt, wenn man auf der B&#252;hne nicht das Leben Kants mimt (was man ja derzeit am Pfauen ja macht).</p>
<p>Das St&#252;ck findet sich in: Thomas Bernhard: Immanuel Kant. In: Derselbe: St&#252;cke 2. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1988 (= Suhrkamp Taschenbuch 1534).</p>
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		<title>Regentrude</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Jan 2009 14:05:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Erzählen]]></category>
		<category><![CDATA[Märchen]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<abbr class="unapi-id" title="http://textworker.ch/?p=782"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Beim Schreiben des <a href="http://textworker.ch/2009/01/02/feuchte-maerchen/">Beitrags zu Beedle the Bard</a> ist mir ein anderes M&#228;rchen wieder in den Sinn gekommen. Wohl wegen des Titels, den ich gesetzt habe. Und zwar ist es die Regentrude. Wer es noch nicht kennt, sollte es unbedingt lesen, noch besser w&#228;re wohl, wenn man es sich als Kind erz&#228;hlen lassen k&#246;nnte.</p>
<p>Entdeckt habe ich es 2006 in einem verstaubten Buch aus der Bibliothek der Kanti. Allzu lange hat sich niemand f&#252;r Theodor Storm interessiert, so hat sich am Buch eben Staub angesetzt. Da M&#228;rchen aber wohl etwas sind, was mit Aktualit&#228;t nicht unbedingt mehr Charakter gewinnt, soll die Regentrude recht sein. Und weil das Digitalisationsprojekt Gutenberg schon ziemlich fortgeschritten ist, kann man die <a href="http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&amp;xid=2798&amp;kapitel=1#gb_found">Regentrude</a> auch da anlesen.</p>
<p>Vielleicht liest man die Regentrude seinen Kindern aber lieber aus einem Buch vor, weil das wohl der Stimmung, in die man sich begeben soll, w&#228;hrend man einem M&#228;rchen gespannt lauscht, eher entspricht. Oder man erz&#228;hlt das M&#228;rchen ohne schriftliche Grundlage, so wie wohl vor der schriftlichen Fixierung M&#228;rchen erz&#228;hlt wurden. So kann man ja auch eigene Schwerpunkte setzen, die Geschichte so tradieren, wie sie einem am besten gef&#228;llt, damit sie den nachfolgenden Generationen auch in dieser Weise tradiert wird.</p>
<p>So bewahrt man sich und seiner Familie alte Erz&#228;hltraditionen und -stoffe, w&#228;hrend morgen M&#228;rchen vielleicht schon mit Powerpoint-Pr&#228;sentationen erz&#228;hlt werden. Es soll ja heute schon Menschen geben, die  ihre Liebe zur Angebeteten per Powerpoint verk&#252;nden.</p>
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		<title>Gelesen: Ein Leben mit dem Islam</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Oct 2008 21:07:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Koran]]></category>
		<category><![CDATA[Religionen]]></category>

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		<description><![CDATA[Navid Kermani hat im vor fast zehn Jahren ein sch&#246;nes Buch zu Nasr Hamid Abu Zaid herausgegeben: Ein Buch, das von einem Islamwissenschafter handelt, der einen besonders steinigen Weg zu gehen hat. Heute lehrt er an der Universit&#228;t Leiden in &#8230; <a href="http://textworker.ch/2008/10/23/gelesen-ein-leben-mit-dem-islam/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<abbr class="unapi-id" title="http://textworker.ch/?p=649"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Navid Kermani hat im vor fast zehn Jahren ein sch&#246;nes Buch zu Nasr Hamid Abu Zaid herausgegeben: Ein Buch, das von einem Islamwissenschafter handelt, der einen besonders steinigen Weg zu gehen hat. Heute lehrt er an der Universit&#228;t Leiden in den Niederlanden, nachdem er in &#196;gypten, seinem Geburtsland, nicht mehr lehren durfte und von seiner Frau zwangsgeschieden wurde.</p>
<p>In der Reihe «Der Islam und der Westen» der Zeit gibt es auch ein <a href="http://www.zeit.de/2003/05/Abu_Zaid?page=all">Interview mit Abu Zaid</a>, wo er ausf&#252;hrt, weshalb der Koran als historischer Text gelesen werden soll: Als Text, der nicht von seinem historischen Entstehungskontext losgel&#246;st gelesen werden kann. Eine Herangehensweise, die nicht jeden Muslim zu &#252;berzeugen vermag, weil die Offenbarungen im Koran schliesslich Gottes Wort sein sollen.</p>
<p>Parallelen muss man gar nicht lange suchen: Auch Gl&#228;ubige anderer Religionen beharren darauf, dass ihre Glaubensgrundlagen, so sie denn geschriebene Texte sind, Einhauchungen der g&#246;ttlichen Macht sind, wobei ganz einfach der Fakt der Tradition, also die Tatsache der &#220;berlieferung, &#252;bersehen wird.</p>
<p>Das Buch &#252;ber den Islamwissenschafter Nasr Hamid Abu Zaid ist sehr erfrischend zu lesen und zeigt einen Kontrapunkt zum Islam, der fast t&#228;glich in den westlichen Medien pr&#228;sentiert wird. Kein Bild eines militanten Islams wird vertreten, denn der Protagonist ist selbst Opfer dieser Art des Islams; vielmehr ist es ein weltoffener Blick auf eine der drei Weltreligionen, die in Lessings «Nathan der Weise» eine Rolle spielen.</p>
<p>Das Buch: <span class="cite">Navid Kermani (Hrsg.): <em>Ein Leben mit dem Islam.</em> Herder, Freiburg i. Br. u.a. 1999.</span></p>
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