Gelesen: Die schwarze Spinne

Die Schullektüre von Gotthelf. Lustig, was man dazu sagen kann, zum Beispiel: «Der Teufel ist ein Macho.»

Als er vom Kilchstalden kam, sah er von dort die Buchen auffahren vom Boden, jede von zwei feurigen Eichhörnchen gezogen, und nebenbei sah er reiten auf schwarzem Bocke einen grünen Mann, eine feurige Geißel hatte er in der Hand, einen feurigen Bart im Gesichte, und auf dem Hute schwankte glutrot eine Feder. (52)

Besonders interessant ist die Lektüre mit einem Fokus auf die Frauenrolle, die in der Erzählung konstruiert wird.

Gotthelf, Jeremias. Die schwarze Spinne. Erzählung. Stuttgart: P. Reclam, 2002.

Gelesen: Der Tod des Iwan Iljitsch

«Und nun ließ er in seiner Phantasie die besten Minuten dieses angenehmen Lebens an sich vorüberziehen. Allein, wie sonderbar, all diese besten Minuten angenehmen Lebens schienen jetzt gar nicht mehr das zu sein, was sie ihm vordem gewesen. Alle, alle mit Ausnahme erster Kindheitserinnerungen. Dort, in der fernen Kindheit, lag etwas wahrhaft Angenehmes, mit dem man auch heute noch hätte leben können, wenn es nur wiederkehren wollte. Freilich war der Mensch, dem dieses Angenehme widerfahren, nicht mehr da: es war gleichsam nur die Erinnerung an einen anderen.» (80)

Tolstoj, Leo. Der Tod des Iwan Iljitsch. Erzählung. Stuttgart: Reclam, 1986.

Gelesen: Götz von Berlichingen

Endlich den Götz von Berlichingen auch gelesen. Dies wollte ich schon seit ich den Film Goethe! gesehen hatte, nachdem ihn eine Deutschlehrerin in Berlin empfohlen hatte.

Und jetzt hab ich endlich die Gelegenheit am Schopf gepackt und gelesen, weil die Feme in Fontanes Stechlin vorkommt, an dem ich immer noch sitze. Im Fontane werden die verschiedenen Versionen vom Götz thematisiert und dass der Richter in der älteren Version des Götz noch viel ungeheurer ausgesehen haben muss.

Gelesen: Stine

Fontanes Spätwerk Stine lohnt sich sehr zu lesen: So eine Art Romeo und Julia bearbeitet von Fontane, also über die Stände greifend und natürlich das Schlimmste nicht vermeidend. Der Spannungsbogen wird sauber aufgebaut, und zum Schluss fliegt der Pfeil richtig schnell und dann ists auch schon fertig.

Nicht so viel Geplauder wie im Stechlin, aber auch für diese Erzählung bekommt Fontane wohl seinen Causeur.

Fontane, Theodor. Stine : Roman. Stuttgart: Reclam, 1989.