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	<title>textworker &#187; Bus</title>
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	<description>Ein digital zensierter Sudelblock.</description>
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		<title>Linguistik t&#246;tet</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Dec 2009 08:04:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eindrücke]]></category>
		<category><![CDATA[Bus]]></category>
		<category><![CDATA[kebab]]></category>
		<category><![CDATA[Linguistik]]></category>
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		<description><![CDATA[«Endlich lerne ich, wie man isst, ohne zu kleckern», dachte ich, als ich neulich im Bus neben zwei jungen T&#252;rkinnen sass. Die eine mit Kopftuch, die andere mit Kebab in der Hand. Wir haben es w&#228;hrend der Kantizeit Mittag f&#252;r &#8230; <a href="http://textworker.ch/2009/12/18/linguistik-toetet/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
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<p>«Endlich lerne ich, wie man isst, ohne zu kleckern», dachte ich, als ich neulich im Bus neben zwei jungen T&#252;rkinnen sass. Die eine mit Kopftuch, die andere mit Kebab in der Hand. Wir haben es w&#228;hrend der Kantizeit Mittag f&#252;r Mittag ge&#252;bt, dieses in Fladenbrot gerollte Fleisch mit k&#246;stlicher Sauce und «mit wenig Scharf» zu essen. Die Aufgabe der Zwiebelringe ist es, aus dem Kebab herauszufallen, diejenige der Sauce, die Hosenbeine zu schm&#252;cken.</p>
<p>Mehrere Stationen schaute ich zu, wie die Frau mit Kebab ihre H&#228;nde geschickt um den Kebab legte, um so Zwiebeln und Sauce zu b&#228;ndigen. Sie beherrschte das Fleisch mit allen feinmotorischen Tricks. Finger um Finger isst sie sich dem Kebab entlang. Nur kleine  schmierige Reste l&#228;sst sie der Alufolie &#252;brig.</p>
<p>Da beginnen sie zu schwatzen. Man horcht auf, versteht immer wieder Versatzst&#252;cke. Code-Switching denkt der linguistische Hirnbereich, schon geh&#246;rt im Zusammenhang mit italienischen Migranten. Es wird immer gerade die Sprache verwendet, in der sich etwas am besten ausdr&#252;cken l&#228;sst. «Jupe» sagen sie auf Schweizerdeutsch, um dann auf T&#252;rkisch weiterzufahren.</p>
<p>Der Beobachter mischt sich ins Gespr&#228;ch ein: «Macht ihr das bewusst, dass ihr die Sprache wechselt?» &#8211; «Weisst du, wenn du beide Sprachen gut kannst, passiert das automatisch.» Die Frau nebenan, die das Gespr&#228;ch auch belauscht hat, lacht mit ihren Lippen. Schweigen.</p>
<p>Linguistik t&#246;tet Gespr&#228;che. Und beim Ausziehen war Sauce auf dem Schuh.</p>
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		<title>Herr Salaam</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 22:07:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ferienbild]]></category>
		<category><![CDATA[Bus]]></category>
		<category><![CDATA[Georgien]]></category>
		<category><![CDATA[Tee]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>

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		<description><![CDATA[Er beschw&#246;rt uns mit einem Salaam Aleikum, w&#228;hrend er m&#252;hsam in den Bus steigt. Ein &#228;ltlicher Herr, Bart und lange Hosen, ein T&#252;rke nahe zur Grenze von Georgien. Er m&#252;sse erst sp&#228;ter aussteigen, sagt er zum Busfahrer und seinem Gehilfen, &#8230; <a href="http://textworker.ch/2009/09/01/herr-salaam/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<abbr class="unapi-id" title="http://textworker.ch/?p=1254"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Er beschw&#246;rt uns mit einem Salaam Aleikum, w&#228;hrend er m&#252;hsam in den Bus steigt. Ein &#228;ltlicher Herr, Bart und lange Hosen, ein T&#252;rke nahe zur Grenze von Georgien. Er m&#252;sse erst sp&#228;ter aussteigen, sagt er zum Busfahrer und seinem Gehilfen, aber wo genau wisse er im Moment nicht mehr.</p>
<p>Der j&#252;ngere Herr, anfangs zwanzig, der nach ihm einsteigt und den Platz neben Herrn Salaam einnimmt, zeigt weniger Freude am h&#228;ndesch&#252;ttelnden Salaam Aleikum und den herzlichen Augen. Schnell st&#246;pselt er seine Ohren mit Kopfh&#246;rern zu, um nur noch Nebens&#228;chliches mitzubekommen: Ger&#252;che und Bilder.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img title="Goodbye Istanbul" src="http://farm4.static.flickr.com/3571/3833271064_b10a2488f3.jpg" alt="Bilder wie dieses" width="500" height="375" /><p class="wp-caption-text">Bilder wie dieses</p></div>
<p>Er muss verpassen, was all die anderen von Herrn Salaam haben: Ein Anruf auf seinem Mobiltelefon mit modisch-t&#252;rkischer Musik und dann ein Geschnatter, dem man leider nicht nachkommt. Dann aber h&#246;rt man den Ton erneut. Man stellt fest, dass es sich keineswegs um die Musik eines Anrufers handelt: Der liebe Herr h&#246;rt seine Musik auf seinem Handtelefon an. Mit Lautsprecher, so dass auch die Hinterb&#228;nkler etwas von ihm haben, der auf dem vordersten Sitz mitf&#228;hrt. Der Busfahrer will wissen, an welchem Strassenrand der Herr aussteigen m&#246;chte. Allah, Allah, dazu die Musik von vorhin. Ob es da vorne sei? Allah, Allah, der Alte stellt seine Musik lauter, sein Kopf t&#228;nzelt dazu und immer noch Allah, Allah.</p>
<p>Die Leute schauen auf ihre Armbanduhren, sch&#252;tteln den Kopf: Es sei noch nicht die Zeit der Imame. W&#228;hrenddessen f&#228;hrt im Fenster das Schwarze Meer vor&#252;ber, eine Teefabrik nach der anderen s&#228;umt das Ufer dieses Meeres, f&#228;rben das Meer dunkel. Und endlich: Herr Allah, Allah verabschiedet sich von seinem Nachbarn, klappt sein Handy zu und dr&#252;ckt dem Busfahrer sein Geld in die Finger: Hier m&#246;chte ich aussteigen.</p>
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