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	<title>textworker &#187; Geruch</title>
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	<description>Ein digital zensierter Sudelblock.</description>
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		<title>Wie riechen Buchstaben?</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Aug 2008 19:37:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Buchstaben]]></category>
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		<category><![CDATA[Papier]]></category>
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		<description><![CDATA[So sch&#246;n es ist, Buchstaben von &#252;berall her zu lesen, so sch&#246;n w&#228;re es, etwas &#252;ber die Gestalt der Buchstaben zu wissen. Zum Beispiel: wie die Buchstaben riechen. <a href="http://textworker.ch/2008/08/26/wie-riechen-buchstaben/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
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<p>So sch&#246;n es ist, Buchstaben von &#252;berall her zu lesen, so sch&#246;n w&#228;re es, etwas &#252;ber die Gestalt der Buchstaben zu wissen. Zum Beispiel: wie die Buchstaben riechen.</p>
<p>Dieses Problem stellt sich dem Gedruckten vorerst nicht: Er weiss, welchen Geruch das Papier tragen wird, auf das seine Buchstaben gedruckt werden. Sogar Zeitungsschreiberlinge, die ihr Wort tagt&#228;glich in Papier pressen lassen, kennen den ureigenen Geruch, der die Symbiose von Druckerschw&#228;rze und Zeitungspapier entwickeln wird. Und falls die Schreiberlinge tats&#228;chlich so neugierig sind wie sie sonst glauben machen, dann beschnuppern sie ihre Zeitungsbl&#228;tter und &#252;berpr&#252;fen sie auf Geschmacksrichtigkeit.</p>
<p>Wessen Buchstaben nur virtuell existieren, ja dessen Buchstaben im eigentlichen Sinne keine BUCHstaben sind, weil sie bloss in einer Datenbank ein festes Dasein fristen, der muss sich Gedanken dar&#252;ber machen, wie seine Buchstaben wohl riechen k&#246;nnten. Die Gedanken dar&#252;ber f&#252;hren aber vom eigentlichen Geruchssinn weg, denn pl&#246;tzlich spielt es keine Rolle mehr, ob die Buchstaben nach Vanille riechen oder nach Burberry-Parfum, nach Zitrusduft oder Torfheizung. Mit einemmal Kreisen Gedanken auf weiteren Bahnen: Wenn man nicht einmal weiss, wie die Buchstaben riechen, wie soll man denn auch nur im entferntesten Sinne wissen k&#246;nnen wie Worte verstanden werden, wenn sie einmal geschrieben sind und gelesen werden?</p>
<p>Wenn der eine Leser eine Vorliebe f&#252;r Zitrusd&#252;fte hat, wird er auch die Buchstaben anders lesen als die Leserin, die sich am liebsten mit Eukalyptus-D&#252;ften umgibt. Schliesslich haben die beiden einen anderen Prototyp unter dem Lieblingsduft abgelegt. So werden die beiden bestimmt auch ein anderes mentales Bild von einem Baum haben. Sieht man sich vor solch elementare Probleme gestellt, kommt es gar nicht mehr darauf an, wie denn die Buchstaben riechen, wenn sie gelesen werden. So fl&#252;chtig wie die Buchstaben &#252;ber Bildschirme flimmern, so fl&#252;chtig sind auch die Ger&#252;che, die auf dem gedruckten Papier einen Zwischenstopp eingelegt haben, bevor sie die Umgebung mit ihrem Duft begl&#252;cken.</p>
<p>Das Problem des Duftes und des Geruches ist also nicht wirklich ein Problem des Duftes oder des Geruches, sondern ein Problem, das viel elementarer in der menschlichen Wahrnehmung verwurzelt  ist. Soll man das f&#252;r wahr halten, was man wahrnimmt? Vielleicht ist mit «Baum» ein anderer Baum gemeint als derjenige, den Sie bei der Lekt&#252;re des Wortes «Baum» vor sich gesehen haben?</p>
<p>So muss es Ihnen &#252;berlassen sein, welchen Baum Sie sehen, w&#228;hrend Sie lesen, gleichermassen wie es Ihnen &#252;berlassen sein soll, mit welchem Hintergrundgeruch oder -duft Sie diese Zeilen gelesen haben. Ein angenehmer Duft soll Ihnen geg&#246;nnt sein.</p>
<p>Falls Sie es wissen wollen, bloss damit Sie sich den Umgebungsgeruch vorstellen k&#246;nnen, der das Schreiben dieses kleinen Textes umgab: Der Rohentwurf dieses Beitrags entstand auf einem Papier mit toter Fliege.</p>
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