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	<title>textworker &#187; Gesellschaft</title>
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	<description>Ein digital zensierter Sudelblock.</description>
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		<title>Gelesen: Corpus Delicti. Ein Prozess</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Jan 2011 10:21:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Dystopie]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Juli Zeh]]></category>
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		<description><![CDATA[Stellen Sie sich vor, Ihnen wird der Prozess gemacht, weil Sie vers&#228;umt haben, die 300 Kilometer pro Woche auf Ihrem Fahrrad abzustrampeln, die Sie sich f&#252;rs Neue Jahr vorgenommen haben. Dann befinden Sie sich in einer &#228;hnlichen Situation wie Mia, &#8230; <a href="http://textworker.ch/2011/01/03/gelesen-juli-zeh-corpus-delicti-ein-prozess/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<abbr class="unapi-id" title="http://textworker.ch/?p=2070"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Stellen Sie sich vor, Ihnen wird der Prozess gemacht, weil Sie vers&#228;umt haben, die 300 Kilometer pro Woche auf Ihrem Fahrrad abzustrampeln, die Sie sich f&#252;rs Neue Jahr vorgenommen haben. Dann befinden Sie sich in einer &#228;hnlichen Situation wie Mia, die Protagonistin von Juli Zehs Erz&#228;hlung <em>Corpus Delicti</em>. Allerdings hat sich Mia die Fahrradkilometer nicht vorgenommen; sie sind ihr vom Staat, vom System auferlegt, damit sie die Bewegung bekommt, die einem in einem totalen Gesundheitsstaat vorgeschrieben ist.</p>
<p>Zeh entwirft in ihrer Erz&#228;hlung <em>Corpus Delicti</em> die Dystopie einer Gesellschaft, auf Vernunft und der <em>Methode</em> basiert. Die <em>Methode</em> ist ideologischer Ersatz und L&#246;sung f&#252;r alle Probleme, die in einer Gesellschaft im Alltag anfallen. Und – das wird von einer <em>Methode</em> schliesslich erwartet – sie hat totale Deutungshoheit &#252;ber schwierige F&#228;lle.</p>
<p>Interessant und lesenswert ist das Buch nicht wegen den Ausf&#252;hrungen auf die Methode, sondern wegen den personellen Verstrickungen, die sich w&#228;hrend des Prozesses zeigen. Ein Anwalt, der sich verselbst&#228;ndigt und seine Mandantin f&#252;r h&#246;here Zwecke benutzt, virtuelle Personen wie die <em>ideale Geliebte</em> oder &#246;ffentlichkeitsgeile Fernsehinterviewpartner, denen zum Schluss hin alles aus dem Ruder l&#228;uft in einer Gesellschaft, die darauf getrimmt ist, nichts aus dem Ruder laufen zu lassen.</p>
<p>Dies alles wird immer wieder in den Modus des Spiels verlegt:</p>
<blockquote><p>Mia schweigt. Die Richterin hat sich geirrt, als sie glaubte, dass die Beschuldigte sich nicht an sie erinnern k&#246;nne. Mias Ged&#228;chtnis zeigt Sophie als eine von vielen schwarz gekleideten Puppen in den Kulissen einer Geisterbahn, ganz hinten im Windschagtten des Schwurgerichts, halb sitzend, halb verborgen vom vorsitzenden Richter, den Beisitzern und Protokollanten. (53)</p></blockquote>
<p>Das Setting dieser Puppengeschichte wird auf eindr&#252;ckliche Weise und mit viel Autoreflexion durchbrochen durch Erinnerungspassagen, die von der Verurteilung von Mias Bruder Moritz erz&#228;hlen. Oder durch Reflexionen &#252;ber das Leben, die im Laufe des Buches immer ausgereifter werden und die Totalit&#228;t der Dystopie durchbrechen:</p>
<blockquote><p>Dem wahren Menschen gen&#252;gt das Dasein nicht, wenn es ein blo&#223;es Hier-Sein meint. Der Mensch muss sein Dasein <em>erfahren</em>. Im Schmerz. Im Rausch. Im Scheitern. Im H&#246;henflug. Im Gef&#252;hl der vollst&#228;ndigen Machtf&#252;lle &#252;ber die eigene Existenz. (92)</p></blockquote>
<div style="line-height: 1.1em; margin-left: 0.5in; text-indent: -0.5in;">
<p style="margin: 0pt;">Zeh, Juli. <span style="font-style: italic;">Corpus Delicti. Ein Prozess</span>. München: btb, 2010.  <span class="Z3988" title="url_ver=Z39.88-2004&amp;ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_id=urn%3Aisbn%3A9783442740666&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rft.genre=book&amp;rft.btitle=Corpus%20Delicti.%20Ein%20Prozess&amp;rft.place=Mu%CC%88nchen&amp;rft.publisher=btb&amp;rft.edition=Genehmigte%20Taschenbuchausg.%2C%201.%20Aufl.&amp;rft.aufirst=Juli&amp;rft.aulast=Zeh&amp;rft.au=Juli%20Zeh&amp;rft.date=2010&amp;rft.isbn=9783442740666"><br />
</span></p>
</div>
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		<title>Linkeria #17: Virtuelle Neuigkeiten (Woche 52, 2009)</title>
		<link>http://textworker.ch/2009/12/26/linkeria-17-virtuelle-neuigkeiten-woche-52-2009/</link>
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		<pubDate>Sat, 26 Dec 2009 10:33:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Linkeria]]></category>
		<category><![CDATA[Analphabetismus]]></category>
		<category><![CDATA[Dummheit]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[geburtstag]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Krisenexperiment]]></category>
		<category><![CDATA[Virtualität]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein virtueller Geburtstag – oder: Wie man Facebook-Freunde auf falsche F&#228;hrten lockt. Lukas G. Dumelin &#252;ber seinen Facebook-Freundeskreis. Der wahre Gesellschaftsforscher wagt Krisenexperimente. What Wold Jane Austen Have Twittered? Twitter ist eigentlich gar keine neue Erscheinung, bloss Wiederentdeckung der Schnelligkeit. &#8230; <a href="http://textworker.ch/2009/12/26/linkeria-17-virtuelle-neuigkeiten-woche-52-2009/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
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<ul>
<li><a href="http://www.thurgauerzeitung.ch/thurgau/kanton/Mein-virtueller-Geburtstag--oder-Wie-man-FacebookFreunde-auf-falsche-Faehrten-lockt/story/10602118">Mein virtueller Geburtstag – oder: Wie man Facebook-Freunde auf falsche F&#228;hrten lockt</a>. Lukas G. Dumelin &#252;ber seinen Facebook-Freundeskreis. Der wahre Gesellschaftsforscher wagt Krisenexperimente.</li>
<li><a href="http://radar.oreilly.com/2009/11/what-would-jane-austen-have-tw.html">What Wold Jane Austen Have Twittered?</a> Twitter ist eigentlich gar keine neue Erscheinung, bloss Wiederentdeckung der Schnelligkeit.</li>
<li><a href="http://www.welt.de/die-welt/kultur/literatur/article5579272/Selbstgewaehlte-Dummheit.html">Selbstgew&#228;hlte Dummheit</a>: Juli Zeh &#252;ber Scheinkrankheiten und funktionalen Analphabetismus.</li>
</ul>
<p><em>Jeden Samstag 3 Links und K&#252;rzestzusammenfassungen zu interessanten, vision&#228;ren, relevanten und lesenswerten Texten aus dem Web. Anregungen werden gerne per Mail entgegengenommen: </em><a href="mailto:linkeria%20[affenschwanz]%20textworker%20[punkt]%20ch"><em>linkeria [affenschwanz] textworker [punkt] ch</em></a></p>
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		<title>Oma erkl&#228;rt Mehrklassengesellschaft im Zug (31)</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Aug 2007 14:47:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gehört]]></category>
		<category><![CDATA[Dialekt]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[SBB]]></category>
		<category><![CDATA[Zugfahren]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon wieder (vgl. Opa erkl&#228;rt SBB-Anzeigetafeln) so ein interessantes Gespr&#228;ch aufgeschnappt. Zugfahren ist eben doch lustig! Und wenn ganz junge Menschen mit dem Zugfahren sozialisiert werden noch lustiger! Diesmal hat eine Oma die Aufgabe &#252;bernommen, mit ihrem Enkel einen Tagesausflug &#8230; <a href="http://textworker.ch/2007/08/14/oma-erklaert-mehrklassengesellschaft-im-zug/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<abbr class="unapi-id" title="http://server14.cyon.ch/~textwork/cgi-bin/blog/2007/08/14/oma-erklaert-mehrklassengesellschaft-im-zug/"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Schon wieder (vgl. <a href="http://textworker.ch/2007/07/06/opa-erklaert-sbb-anzeigetafeln/">Opa erkl&#228;rt SBB-Anzeigetafeln</a>) so ein interessantes Gespr&#228;ch aufgeschnappt. Zugfahren ist eben doch lustig! Und wenn ganz junge Menschen mit dem Zugfahren sozialisiert werden noch lustiger! Diesmal hat eine Oma die Aufgabe &#252;bernommen, mit ihrem Enkel einen Tagesausflug mit DarVida im Rucksack zu unternehmen. So oder &#228;hnlich hat sich das Gespr&#228;ch auf der Strecke Winterthur–Z&#252;rich in der S12 abgespielt. Ich entschuldige mich daf&#252;r, dass die richtigen Dialekte leider bei der Transkription verloren gegangen sind.</p>
<blockquote><p>Enkel: Wieso h&#228;ts det &#228;ne so wenig L&#252;t?Oma: Das isch &#228;be erschti Klass.Enkel: Wieso?Oma: Gsehsch das 1 det n&#228;bed de T&#252;re?Enkel: Ah ja.Oma: Und lueg &#252;berall isch Nichtraucher (auf eines der unz&#228;hligen durchgestrichene-Zigarette-Piktogramme zeigend).</p></blockquote>
<p>Ganz wenig sp&#228;ter, immer noch auf der selben Strecke, dieselben Personen – die Begr&#252;ssung in der S12 ist noch nicht gekommen (und wird noch eine Weile nicht kommen).</p>
<blockquote><p>Enkel: Simmer etzt schn&#228;ller als d&#8217;Autobahn?Oma: Ja.Enkel: Isch das det &#228;ne d&#8217;Autobahn?Oma: Nei.</p></blockquote>
<p>Weil der Zug so schnell f&#228;hrt, kommen wir doch noch an der Autobahn vorbei.</p>
<blockquote><p>Oma: Log da die Pfiiler, das isch d&#8217;Autobahn.Enkel: Aber m&#228;ngisch isch mer mit em Auto glich schneller, lueg.Oma: Ja, aber mit em Zug chunt mer nid in Stau, und au nid in Fiirabigvercher.Enkel: Und mer mues ken Parkplatz sueche.</p></blockquote>
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