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Von Mails und Velos

Kann das sein? Die NZZ schreibt in ihrer Sonntagsausgabe im Mai, dass eine Mail mit Text von circa einer A4-Seite ein Elektrovelo 250km weit bringen kann. Ein Bild, das wir uns unbedingt im Kopf behalten sollten. Das stammt aus einer Studie des Bundesamts für Umwelt, die sich damit auseinandersetzt, wie viel Energie das Internet verbraucht. Und das ist eine ganz schön grosse Menge. Wir wollen die Atomkraftwerke abschalten, aber schon das Internet braucht anderthalb Atomkraftwerke in der Schweiz.

Aber wie kann es sein, dass eine Mail von dieser Grösse so viel Transportkapazität hat? Ich kann mir das einfach nicht vorstellen. Wie sieht das dann mit Filmen aus, die wir uns im Internet anschauen? Oder mit all den schönen elektronischen Unterlagen, die wir uns zu Studienzwecken vom Internet herunterladen? Das Internet ist unsere Mutterkuh und soll so viel Strom verbrauchen! Bald kommt alles nur noch übers Internet.

Jedenfalls, sollte es so sein, dann schnallen wir uns besser ein solches Velo unter die Beine, fahren draussen rum und treffen uns dann zufällig, statt dass wir uns E-Mails schreiben.

Altes und Neues

Ich beschäftige mich im Moment gerade mit dem Thema des Alten und Neuen im Stechlin für eine Seminararbeit. Während des Referats habe ich schon herausgefunden, dass es nicht so einfach ist, das Alte und das Neue eindeutig einer Gruppe von Figuren zuzuordnen, wie ich mir das vor der Lektüre vorgestellt hatte. Dies liegt wohl am Modus, in dem das Alte und Neue im Roman verhandelt werden: Es ist nicht der Erzähler, der explizite Zuweisungen macht, sondern die Figuren, die im Gespräch über die Positionen verhandeln.

Nun habe ich einen elektronischen Volltext gesucht, damit ich den Text auch computerphilologisch abfragen kann und so einfacher treffende Stellen finde. Bei Wikisource habe ich dabei eine (mir) neue Funktion entdeckt. Natürlich gibt es den Stechlin, Fontanes Alterswerk im Volltext online, aber nur in Kapitel zerstückelt. Bei Wikisource ist es nun aber möglich, ein Buch aus den verschiedenen Wiki-Seiten zu machen (unter «Drucken/exportieren), das man sich dann als PDF oder Openoffice-Dokument herunterladen kann. So ist man dann auch schon gerettet: Das Openoffice-Dokument lässt sich in .rtf-Dokument umwandeln, das ich dann in Tustep importieren kann, mit dem wiederum ich die Textabfragen machen kann.

Immer wieder unglaublich, wie das Internet das Alte und das Neue näher zusammenrückt.

Linkeria #24: Computerwelten (Woche 6, 2010)

  • A very hard thing is to get back into coding: Rückkehr in den Alltag. «The world inside the computer is so different from the world outside the window. You see the sky through the glass, and you see the snow coming down, and you picture all the gas stations and sad diners, and you hear them call to you and dare you to leave again.»
    [via: halbluchs]
  • Is Google Making Us Stupid? Nicholas Carrs Essay übers Lesen, Denken und mechanisches Uhrwerk: Wie Technologie unsere Denkgewohnheiten und Hirnwindungen prägt. «Yet, for all that’s been written about the Net, there’s been little consideration of how, exactly, it’s reprogramming us. The Net’s intellectual ethic remains obscure.»
  • Ich verstehe die Pop-Welt nicht mehr. Mike Oldfield im Interview über Aufnahmen via Webkonferenz, klassische Musik im Nachtclub und elektrische Gitarre.

Jeden Samstag 3 Links und Kürzestzusammenfassungen zu interessanten, visionären, relevanten und lesenswerten Texten aus dem Web. Anregungen werden gerne per Mail entgegengenommen: linkeria [affenschwanz] textworker [punkt] ch

Linkeria #13: Netzkritik (Woche 48, 2009)

Jeden Samstag 3 Links und Kürzestzusammenfassungen zu interessanten, visionären, relevanten und lesenswerten Texten aus dem Web. Anregungen werden gerne per Mail entgegengenommen: linkeria [affenschwanz] textworker [punkt] ch