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	<title>textworker &#187; Papier</title>
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	<description>Ein digital zensierter Sudelblock.</description>
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		<title>Text &#252;ber Text &#252;ber Text</title>
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		<pubDate>Fri, 27 May 2011 15:57:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eindrücke]]></category>
		<category><![CDATA[Konzentration]]></category>
		<category><![CDATA[Lausanne]]></category>
		<category><![CDATA[Papier]]></category>
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		<description><![CDATA[Just in der Woche, nachdem die letzte Schreibmaschinenfabrik in Indien schloss, waren wir im Museum. Unglaublich, diese vielen Modelle, die es zu bestaunen gab: Hermes und auch die Baby war da, Kugelk&#246;pfe und anderes vormodernes Zeugs. Und ein Mann mit &#8230; <a href="http://textworker.ch/2011/05/27/text-ueber-text-ueber-text/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
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<p>Just in der Woche, nachdem die letzte Schreibmaschinenfabrik in Indien schloss, waren wir im <a href="http://perrier-sa.ch/musee.html">Museum</a>. Unglaublich, diese vielen Modelle, die es zu bestaunen gab: Hermes und auch die Baby war da, Kugelk&#246;pfe und anderes vormodernes Zeugs. Und ein Mann mit Leidenschaften.</p>
<p>Er veranstalte Wettbewerbe auf mechanischen Schreibmaschinen. Er hat mich eingeladen, da auch mitzumachen, ich h&#228;tte ein bisschen Talent, auf diesen alten Dingern schnell zu schreiben. Es klapperte auch, und ich konnte verstehen, weshalb wieder auf Schreibmaschine umsteigt, wer Text in seiner Materialit&#228;t liebt.</p>
<p>Es klopft, wenn ich auf die Taste haue, der Papierwagen verschiebt sich um einen Buchstaben nach links und sobald ich die Zeile vollgeschrieben habe, muss ich die linke Hand von der Tastatur nehmen, den Zeilenschalter bet&#228;tigen und den Wagen nach rechts schieben. Eine grandiose Erfindung. Sp&#252;rst du den Text?</p>
<p>Manchmal aber auch nicht so: F&#252;r den computergewandten Schreiber, macht sich doch das mechanische Manko bemerkbar: Immer wieder kommen sich die Typen in die Quere, weil die Computergewohnheit ganze W&#246;rter schnell schreiben l&#228;sst und nicht nur einzelne Buchstaben. Die Bewegungsabl&#228;ufe sind viel mehr vom Wort oder gar vom Satz her gedacht als bei diesem mechanischen Ding.</p>
<p>Wof&#252;r die Schreibmaschinenfetischisten ihre Maschine aber lieben, das ist wohl die Analogit&#228;t, die Linearit&#228;t und die Singularit&#228;t. Denn ja, es ist so etwas richtig Analoges, an dem man die rohe Gewalt ausleben kann (Rohkost soll gesund sein), manchmal spielt die Maschine sogar Gegner: N&#228;mlich dann, wenn man sich die Finger so richtig sch&#246;n zwischen den Tasten einklemmt.</p>
<p>Aber Konzentration aufs Wesentliche: Kein Schirm, der flackert oder konkurrenzierende Buchstaben in die Augen brennt. Auf dem Schreibtisch steht allein die Schreibmaschine mit eingespanntem Papier und zwingt einen zu Linearit&#228;t. Nicht dass nicht die Softwareentwickler darauf reagiert und Programme entwickelt h&#228;tten, nein, bei der Schreibmaschine schreibt man nur in der einen Linie, in der man eben gerade schreibt. Einfach so kurz ein Wort verschieben oder am Ende einer Zeile weiter oben etwas einf&#252;gen, das geht nicht. Es geh&#246;rt an der Schreibmaschine zur gr&#246;ssten Kunst, wieder auf richtiger Zeilenh&#246;he einzuf&#228;deln, wenn man einmal beschlossen hat zu wechseln.</p>
<p>Statt Softwareupdates gibt es bei der Maschine neue Farbb&#228;nder, oder wenn man so ein IBM-Ding mit Kugelkopf ausgesucht hat, auch neue K&#246;pfe mit anderen Schriften. Und Papier, da muss man dauernd updaten, sonst schreibt man Text &#252;ber Text &#252;ber Text.</p>
<p>Und zur Singularit&#228;t? Ja, das ist es: Das Dokument existiert genau ein Mal, nicht in Tausend Ausdrucken. Den Text gibts auf Papier mit dieser Tinte durchs Band aufs Blatt geschlagen. Aber auch da begeistert die Trickkiste: Mit Durchschlagpapier kann man gleichzeitig mehrere Bl&#228;tter beschreiben.</p>
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		<title>Papierne Existenz</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Dec 2009 23:45:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Chaos im Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Ausweis]]></category>
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		<description><![CDATA[«Sie k&#246;nnen Sich nicht ausweisen? Bitte f&#252;llen Sie das Formular aus. Wir telefonieren, dann stellt sich heraus, ob es Sie gibt.» Im n&#228;chsten Moment dr&#252;ckt der Kontrolleur seinem Opfer das Bl&#246;cklein mit den M&#246;glichkeiten Name, Vorname, Geburtsdatum, Adresse, Telefonnummer und &#8230; <a href="http://textworker.ch/2009/12/23/papierne-existenz/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
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<p>«Sie k&#246;nnen Sich nicht ausweisen? Bitte f&#252;llen Sie das Formular aus. Wir telefonieren, dann stellt sich heraus, ob es Sie gibt.» Im n&#228;chsten Moment dr&#252;ckt der Kontrolleur seinem Opfer das Bl&#246;cklein mit den M&#246;glichkeiten Name, Vorname, Geburtsdatum, Adresse, Telefonnummer und Unterschrift in die Hand. Es gibt keine Vorschl&#228;ge, wie es sein Formular ausf&#252;llen k&#246;nnte. Nur eine Einschr&#228;nkung, ganz am Schluss, mit der es best&#228;tigt, dass die Angaben der Richtigkeit und Wirklichkeit entspr&#228;chen.</p>
<p>Am Telefon kr&#228;chzt der andere das Geburtsdatum in den Zugraum: «F&#252;nfzehnter Siebter Neunzehnachtundachtzig. Normannstanne, Orangenbl&#252;te, Tamiflu, Zahnpaste.»</p>
<p>«Sie gibt es wirklich.»</p>
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		<title>Wie riechen Buchstaben?</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Aug 2008 19:37:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Buchstaben]]></category>
		<category><![CDATA[Geruch]]></category>
		<category><![CDATA[Papier]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>

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		<description><![CDATA[So sch&#246;n es ist, Buchstaben von &#252;berall her zu lesen, so sch&#246;n w&#228;re es, etwas &#252;ber die Gestalt der Buchstaben zu wissen. Zum Beispiel: wie die Buchstaben riechen. <a href="http://textworker.ch/2008/08/26/wie-riechen-buchstaben/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<abbr class="unapi-id" title="http://textworker.ch/?p=486"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>So sch&#246;n es ist, Buchstaben von &#252;berall her zu lesen, so sch&#246;n w&#228;re es, etwas &#252;ber die Gestalt der Buchstaben zu wissen. Zum Beispiel: wie die Buchstaben riechen.</p>
<p>Dieses Problem stellt sich dem Gedruckten vorerst nicht: Er weiss, welchen Geruch das Papier tragen wird, auf das seine Buchstaben gedruckt werden. Sogar Zeitungsschreiberlinge, die ihr Wort tagt&#228;glich in Papier pressen lassen, kennen den ureigenen Geruch, der die Symbiose von Druckerschw&#228;rze und Zeitungspapier entwickeln wird. Und falls die Schreiberlinge tats&#228;chlich so neugierig sind wie sie sonst glauben machen, dann beschnuppern sie ihre Zeitungsbl&#228;tter und &#252;berpr&#252;fen sie auf Geschmacksrichtigkeit.</p>
<p>Wessen Buchstaben nur virtuell existieren, ja dessen Buchstaben im eigentlichen Sinne keine BUCHstaben sind, weil sie bloss in einer Datenbank ein festes Dasein fristen, der muss sich Gedanken dar&#252;ber machen, wie seine Buchstaben wohl riechen k&#246;nnten. Die Gedanken dar&#252;ber f&#252;hren aber vom eigentlichen Geruchssinn weg, denn pl&#246;tzlich spielt es keine Rolle mehr, ob die Buchstaben nach Vanille riechen oder nach Burberry-Parfum, nach Zitrusduft oder Torfheizung. Mit einemmal Kreisen Gedanken auf weiteren Bahnen: Wenn man nicht einmal weiss, wie die Buchstaben riechen, wie soll man denn auch nur im entferntesten Sinne wissen k&#246;nnen wie Worte verstanden werden, wenn sie einmal geschrieben sind und gelesen werden?</p>
<p>Wenn der eine Leser eine Vorliebe f&#252;r Zitrusd&#252;fte hat, wird er auch die Buchstaben anders lesen als die Leserin, die sich am liebsten mit Eukalyptus-D&#252;ften umgibt. Schliesslich haben die beiden einen anderen Prototyp unter dem Lieblingsduft abgelegt. So werden die beiden bestimmt auch ein anderes mentales Bild von einem Baum haben. Sieht man sich vor solch elementare Probleme gestellt, kommt es gar nicht mehr darauf an, wie denn die Buchstaben riechen, wenn sie gelesen werden. So fl&#252;chtig wie die Buchstaben &#252;ber Bildschirme flimmern, so fl&#252;chtig sind auch die Ger&#252;che, die auf dem gedruckten Papier einen Zwischenstopp eingelegt haben, bevor sie die Umgebung mit ihrem Duft begl&#252;cken.</p>
<p>Das Problem des Duftes und des Geruches ist also nicht wirklich ein Problem des Duftes oder des Geruches, sondern ein Problem, das viel elementarer in der menschlichen Wahrnehmung verwurzelt  ist. Soll man das f&#252;r wahr halten, was man wahrnimmt? Vielleicht ist mit «Baum» ein anderer Baum gemeint als derjenige, den Sie bei der Lekt&#252;re des Wortes «Baum» vor sich gesehen haben?</p>
<p>So muss es Ihnen &#252;berlassen sein, welchen Baum Sie sehen, w&#228;hrend Sie lesen, gleichermassen wie es Ihnen &#252;berlassen sein soll, mit welchem Hintergrundgeruch oder -duft Sie diese Zeilen gelesen haben. Ein angenehmer Duft soll Ihnen geg&#246;nnt sein.</p>
<p>Falls Sie es wissen wollen, bloss damit Sie sich den Umgebungsgeruch vorstellen k&#246;nnen, der das Schreiben dieses kleinen Textes umgab: Der Rohentwurf dieses Beitrags entstand auf einem Papier mit toter Fliege.</p>
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