Avocadoland

Es war ein gutes Jahr, das letzte. Es gab zwei Mal Erdbeeren- und zwei Mal Spargelsaison. Wir genossen die Erdbeeren besonders mit Granolamüesli und Jogurt. Langsam gewöhnten wir uns an die Läden. Und immer waren wir restlos überfordert, wenn wir vor dem Jogurtgestell standen. Oft entschieden wir uns für griechischen Naturjogurt, den es in mehrfacher Ausführung gab, denn mit Milchprodukten kennen sich die Neuseeländer gut aus.

Der Spargel war kleiner und dünner, als wir ihn kennen. Wunderbar an Nudeln zu machen. Denn das war unserer Hauptnahrungsmenü in den Motels: Nudeln mit Spargel und Tomaten. Und irgendetwas mit Avocado dazu. Als Europäer hat man völlig falsche Vorstellungen von Avocado. Zwar sind sie gekennzeichnet als sofort genussreif, mit reif haben Avocado in der Schweiz aber gar nichts am Hut. Die Avocados reifen am Baum, es gibt Avocadopflanzungen, das ist so ein Unterschied, wie wenn man Wintertomaten mit Tomaten vom Balkon vergleicht.

Neben diesen kleinen Alltagswundern haben wir beim besten Italiener der Welt gegessen, in einem Restaurant gegessen, wo wir uns wunderten, warum alle Chinesen Filet Wellington assen, vorbestellt notabene. Einmal unser bestes Barbecue verspiesen nach einer Kajaktour. Und nach all den Pork Bellys und Fisch in allen Varianten freuten wir uns immer wieder, wenn wir auch einmal ein vegetarisches Restaurant fanden. Auch wenn wir dann immer daran denken mussten, wie das eine Brunchrestaurant mit dem Motto überschrieben war, dass nur Vegetarier sein könne, wer noch nicht ihr Pastrami-Sandwich probiert habe. Aber die wissen nicht, was sie an ihren Avocados haben.

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