#18: Abbasiden? (107)

Von Abbasiden hat man in der Irak-Berichterstattung nicht viel lesen können. Es ging mehr um die religiösen Gruppierungen, die unterschiedlich viel Macht besitzen bzw. Besetzen. Das Kalifengeschlecht hingegen – hat davon schon jemand etwas gehört? Ich auf jeden Fall nicht. Auch nicht damals, als ich im Jahr 2005 diverse Zeitungsartikel für ein Lesejournal zu Jürgen Todenhöfers «Wer weint schon um Abdul und Tanaya» zusammengetragen habe. Auch das Bagdad-Journal nennt die Abbasiden nicht.

#17: Abgekocht und abgebacken (106)

Kann man etwas abbacken wie man es abkochen könnte? Könnte man dann Brot so abbacken wie man Wasser abkochen muss, wenn eine Überschwemmung Trinkwasser unrein gemacht hat? Aber nein, abbacken ist doch einfach ein Wort, das noch in den Duden aufgenommen wurde, damit man ein Stichwort mehr hat, ein Wort in der Sprache, mit dem man sich ausdrücken könnte, aber nicht weiss, was man damit ausdrückt.
Oder haben wir hier einen Orthographiefehler innerhalb des Dudens entdeckt? Sollte es vielmehr abpacken heissen? Also die stimmlose Variante, nach Belieben angehaucht oder nicht aspiriert gesprochen, richtig oder falsch geschrieben… Oder man kann neuerdings oder alterdings die Schulden statt abzahlen abbacken, weil der Gläubiger gerne Backwaren verspeist.

#16: Vater Abba (105)

Abba, so lernt der geneigte Wörterbuchleser, ist das aramäische Pendant zu «Vater», das im neuen Testament auch zur Anrede Gottes verwendet wurde. Ach so. eine Pop-Gruppe, die sich auf den Namen des Vaters taufen lässt? Die Wikipedia spricht zwar von einem Palindrom der Vornamen der Bandmitglieder, aber ob man das glauben soll? Schliesslich darf bei der Wikipedia ja jeder etwas reinschreiben…

#15: Abb. (104)

Ui, da zeigt sich wieder einmal, wie wenig man die erste Seite der Einträge eines Wörterbuches unbeachtet lassen, auch wenn man es schon jahrelang hat. So hat man beispielsweise noch nie das Wort für den Weltgeistlichen in Italien, der auf den Titel Abate hört, gelesen. Auch mit dem orthodoxen Kirchenraum noch nicht sehr auseinandergesetzt hat sich, wer das Abaton nicht kennt, eine beschämende Bilanz für eine erste Seite mit so vielen Unbekannten und das, obwohl man nicht von sich sagen könnte, sich nicht für ausgefallene oder auch weniger ausgefallene Wörter zu interessieren.
Die Abkürzung Abb. hingegen, das ist ja klar, bedeutet Abbildung und wird wohl hier, wo es um ein reines Leseprojekt geht, keine Verwendung finden. Höchstens, wenn der Duden einmal abgebildet werden soll. Oder der Leseprozess. Aber das will ich dem geneigten Leser ersparen.

#14: Abastende LinguistInnen (103)

Eine Unfähigkeit zu geben – die sogenannte Abasie – ist für viele unvorstellbar. Wie soll man denn nicht geben können? Und vor allem – wenn wir es schon mit einem medizinischen Terminus zu tun haben – wie ist das medizinisch erklärbar? Man kann im Wörterbuch lesen solange man will, die Erklärung steht nicht da. Da haben sich die LinguistInnen nicht genügend abgeastet, denn das wäre für den Leser oder die Leserin von grossem Interesse.
Wer Bäume fällt, muss sie auch abästen. Ein leidiges Unterfangen, aber heute mit den modernen Maschinen und der Technik keine Sache mehr. Wir haben die Maschine schon erleben dürfen, nachdem der Lothar am Stephanstag unzählige Bäume in der Region der Mörsburg entwurzelt hat. Ein riesiges Gefährt mit Teleskoparm packte die Baumstämme, ästete sie ab, schälte die Rinde weg und zersägte die riesigen Stämme in Einzelteile. Wie beim Rüsten in der Küche, einfach nicht en miniature.