Von Mails und Velos

Kann das sein? Die NZZ schreibt in ihrer Sonntagsausgabe im Mai, dass eine Mail mit Text von circa einer A4-Seite ein Elektrovelo 250km weit bringen kann. Ein Bild, das wir uns unbedingt im Kopf behalten sollten. Das stammt aus einer Studie des Bundesamts für Umwelt, die sich damit auseinandersetzt, wie viel Energie das Internet verbraucht. Und das ist eine ganz schön grosse Menge. Wir wollen die Atomkraftwerke abschalten, aber schon das Internet braucht anderthalb Atomkraftwerke in der Schweiz.

Aber wie kann es sein, dass eine Mail von dieser Grösse so viel Transportkapazität hat? Ich kann mir das einfach nicht vorstellen. Wie sieht das dann mit Filmen aus, die wir uns im Internet anschauen? Oder mit all den schönen elektronischen Unterlagen, die wir uns zu Studienzwecken vom Internet herunterladen? Das Internet ist unsere Mutterkuh und soll so viel Strom verbrauchen! Bald kommt alles nur noch übers Internet.

Jedenfalls, sollte es so sein, dann schnallen wir uns besser ein solches Velo unter die Beine, fahren draussen rum und treffen uns dann zufällig, statt dass wir uns E-Mails schreiben.

Javascript können

Man müsste Javascript können. Dann könnte man nämlich eigenhändig Finger an Zotero anlegen. Vieles ist da ja in Javascript geschrieben. Jetzt geht es aber gerade darum, das Feature RTF-Scan zu verbessern. Man kann damit kryptische Textbausteine wie {Köbele, 2009, S. xy} in ein volles Zitat umwandeln, das für die Bibliografie berücksichtigt wird. Der Vorteil des RTF-Scans besteht darin, dass man kein Word benutzen muss, dass man zum Beispiel Scrivener für wissenschaftliches Schreiben brauchen könnte, und dass man sich nicht schon im Voraus auf einen Zitierstil festlegen muss.

Nun gibt es allerdings ein Problem mit den Sonderzeichen. Irgendwie will der RTF-Scan die Sonderzeichen nicht so auflösen wie ich das gerne hätte. Ich habe dazu bereits im Zotero-Forum einen Post gestartet, der auf offene Ohren gestossen ist. Nur findet sich niemand, der das umsetzen könnte oder wollte. Ich würde das ja schon machen, wenn ich mich mit Javascript auskennen würde. Ich habe mir auch eine tolle Javascript-Referenz gekauft, nur finde ich nicht die Zeit, mich damit auseinanderzusetzen, damit das innert nützlicher Frist noch zu etwas werden könnte. Drum: Wer Lust hat, melde sich im Forum!

Archivbilder

Zwei Tage im Archiv gesessen und Protokolle zum Waldmann-Denkmal angeschaut. Beim ersten Mal natürlich nur unbedarft ausgerüstet, woher soll man wissen, dass man Fotografien anfertigen darf. Bei zweiten Mal dann mit geladenem Akku, aber wieder mit wenig Erfahrung beladen: Wer soll die 450 Bilder verarbeiten?

DenkmalNun ist der grösste Teil dieser Schönheit nur für die Vorgeschichte, die zwar interessant, aber doch nicht allzu spannend wäre. Deshalb wird jetzt grosszügig alles in eine Excel-Tabelle eingetragen, nach Datum sortiert und fleissig ausgemistet, was nicht gebraucht wird. Die Dropbox erfreut sich nämlich der Bilder und überbietet sich mit Angeboten für Upgrades.

Merci Beaucoup, uns reicht das, ist schliesslich nur vorübergehend. Aber behalte bitte den Zeitungsartikel mit Waldmann und Napoleon-Käppli und die Erstapril-Aktion. Das werden wir noch brauchen.

Wolfsköpfe

Da, wo die Tiere zu Hause sind, hört man die Flieger gut. Sie fliegen oben an ihnen vorbei. Der Ton der Flieger lupft die Wolfsköpfe sachte hoch, bis sie sich einfach wieder nach unten senken, wie wenn nichts gewesen wäre. Dabei sind es mehr als fünfhundert Tonnen, die sich oben drüber bewegt haben. Die würden staunen, wenn sie wüssten.

Ohne Vereinstümelei

Da war noch ein Semester: Paradiese, Westernhelden und Denkmäler. Dazwischen immer wieder Beschäftigungen mit dem Vorsemester: Strategien des Kalten Krieges, Wissenschaftssprachen und Kulturtheorien. Ein Arbeitsgespräch zu fremdem Heiligem und Sitzungen zwischen Menschen, die einem zeigen, dass ein Student doch nicht mehr ist als ein Student.

Im Schlussgetöse ein spontanes georgisches Essen, eine kleine Wanderung auf dem Üezgi mit Schifffahrt nach Rapperswil. Ein Ausflug nach Vals mit Sich-besprudeln-lassen, Wanderschuhen und Blaubeerkuchen. Und die Gründung eines Fachvereins: Vorschläge fürs Curriculum, Statuten herausarbeiten und Vorstände bilden. Das volle Vereinsleben ohne Vereinstümelei.

Tbilisi