Befristet

«Sie haben bestanden!», sagte der Herr zu mir, den ich eine gute halbe Stunde herumchauffiert hatte. Es war eine Autofahrt nach zahllosen Übungsstunden: Koordinieren Sie Gas, Kupplung, Blinkanlage, Gangschaltung und Blick mit der Aussenwelt in der nötigen Konzentration.

Er liess mich in einen Parkplatz fahren, der mit einem Parkverbotsschild versehen war. Eine letzte Fangfrage, um mir den eben verkündeten Ausweis wieder abzusprechen? Nein, ich solle da jetzt hineinfahren. Der Prüfer wollte nicht nass werden und ich würde ja dann gleich wieder wegfahren: «Holen Sie Ihren Fahrlehrer ab, das dürfen Sie ja jetzt allein!»

Das ist jetzt ganze drei Jahre her. Ich weiss noch, wie der Regen mich überrascht hat, ein riesiger Platzregen, dass ich fast nichts mehr sehen konnte. Oder diese enge Strasse, auf der Mütter mit Kinderwagen gingen und die grösseren Kinder nebenher tollten.

Gestern ist der Fahrausweis auf Probe abgelaufen. Ein fristloser ist in der Post.

Linkeria #33: WM rundherum (Woche 24, 2010)

Jeden Samstag 3 Links und Kürzestzusammenfassungen zu interessanten, visionären, relevanten und lesenswerten Texten aus dem Web. Anregungen werden gerne per Mail entgegengenommen: linkeria [affenschwanz] textworker [punkt] ch

José Saramago †

«Am darauffolgenden Tag starb niemand.» So beginnt und endet José Saramagos Roman Eine Zeit ohne Tod. Gestern ist José Saramago gestorben.

Die Nachrufe auf den bloggenden Nobelpreisträgern betonen alle seinen Atheismus, seine linkspolitische Haltung und sein engagiertes intellektuelles Leben, das in einfachem Milieu begonnen hat.

Das Buch, in dem am darauffolgenden Tag nicht gestorben wird, zeigt die Utopie einer Menschheit, die nicht mehr stirbt. Der Modus des «Was wäre wenn?» lässt Regierungen in sehr schwierige Situationen kommen und skandalöse Entscheidungen fällen. Die Figuren in seinem Buch machen sich auf zu einem Exodus in Länder, in denen noch gestorben werden kann, um der trostlosen Welt zu entkommen.

In einem seiner letzten Blogs dankte Saramago Henning Mankell für seinen Bericht vom Gazaschiff:

Gracias, Mankell.
Un abrazo,
José Saramago

Danke, Saramago. RIP.

Oszillierende Ruhe

Der Sommer bringt Freuden mit sich: Schönes Wetter, Lust Zeit draussen zu verbringen und Zeitnöte, die man sich nicht erklären kann. Plötzlich türmen sich noch nicht geschriebene Arbeiten aufeinander und Prüfungen warten. Aus diesem Grund ruht hier jetzt alles (auch die Kommentare).

Haben Sie einen schönen Sommer!