Frühlingswildes Bild

Bilder eines Ausfluges.

Das Bild von gestern in den Reben soll auch hier veröffentlicht werden. Der Ausflug in die mittelalterliche Stadt war ganz toll, mehr dazu aber später.

Der Rebberg in der Stadt

Wer glaubt zu erraten, wo das denn ist, darf gerne einen Kommentar hinterlassen.

PS. Eins kann ich schon im Voraus sagen: Paradies hiess die Stadt nicht.

Fussnoten für die Geschlechtergerechtigkeit

Wenn Fussnoten den Verkehr von Zahlungen regeln. Auch zwischen den Geschlechtern.

Es ist immer schön, Post zu bekommen. Besonders dann, wenn auf dem Briefpapier drei Schlüssel miteiannder verbunden sind. Manchmal ist der Empfang solcher Schlüsselbriefe aber noch schöner: Dann nämlich, wenn sich die Angestellten wieder einmal dazu durchgerungen haben, ihren Kunden [sic!] neue Regelwerke zuzuschicken.

Mit besonderem Vergnügen sind da die formelhaften Eingangssätze zu lesen. Sie sind mit Fussnoten versehen, die nicht nur eine vollständig neue textinterne Grammatik aufstellen, sondern auch noch über den Text hinausgehende Konsequenzen mit sich bringen.

Zahlungen seien jetzt nicht mehr nur innerhalb des Landes zu Inlandtarifen möglich, auch ausserhalb der Landesgrenzen wird nur noch der Inlandtarif verrechnet, endlich ein Fortschritt! Dafür sollen bald die SEPA-Transaktionen zuständig sein. Nachdem man dann das dritte Mal SEPA gelesen hat, wird auch noch erklärt, dass damit Single Euro Payments Area (?) gemeint ist.

Und nun noch gratis dazu eine dieser wunderbaren Fussnoten:
Die Einzahl umfasst auch die Mehrzahl, die männliche Form auch die weibliche.
Da hätte unser selige Lateinlehrer seine wahre Freude daran gehabt. Endlich: seine ehemaligen Schüler wissen (theoretisch), dass man auf zwei zählen muss. Man deklariert dies auch, in der Praxis kann oder viel lieber will man es dann nicht umsetzen; die sprachliche Vielfalt zur Wirklichkeitsabbildung wäre nämlich viel zu gross. Männliche und weibliche Formen unterscheiden? – Nichts einfacher als das, aber für die Übersetzung spielt es ja so oder so keine Rolle… (Na ja.)

Beim nächsten Kontoinventar dann bitte auch so: die Einzahl ist eigentlich eine Mehrzahl, nur nicht so geschrieben. Die Auszüge müssen, so die Begründung, leserlich bleiben. Vielen Dank für diesen Schlüsselsatz!

#31: Nach dem Abbruch muss es weiter gehen (135)

Nachdem die Abbrucharbeit ja mit dem letzten Beitrag beendet wurde, wird es höchste Zeit, auch demjenigen zu erzählen, dass es keine lustige Sache ist, der immer so tut, als könnte ihn nichts anderes mehr abbrühen.

Kein guter Anfang, wenn bereits in der ersten Stunde etwas abgebucht werden muss. Wobei Abbuchungen nichts Negatives per se sind, sondern nur dann, wenn sie auf dem eigenen Konto gemacht werden müssen. Ausser natürlich, man kann damit eine gute Sache unterstützen. Und wenn es alles ein bisschen schneller macht, ohne dass man alle abbügeln braucht, weil die nicht gerne… Eigentlich ist ja abbügeln einer dieser unbekannten Begriffe. Vielleicht einfach darüber schauen? – Die Leser bemerken das doch sicher nicht? – Und sonst einfach um Hilfe bitten, weil abbügeln für zurechtweisen noch nie gehört? Hallo, ist da jemand?

Auch abbummeln scheint äusserst gewieft zu sein, aber dass man damit die Überstunden ausgleichen soll? Weil man mit dem Geld, das man mehr eingenommen hat, einen grossen Bummel unternimmt? Und dann von der nächsten Abbuchungsanzeige den Bammel hat?

Vielleicht könnte man von den dreckigen Kleidern einfach einmal den Schmutz abbürsten, immer neue kaufen tut der Abbummelungsbilanz wohl nicht allzu gut.

Lieber Zettelkasten statt Tags

Am 14.7.2008 erschienen neue Gedanken zum Thema Zettelkasten: Der Karteikasten im digitalen Zeitalter.

Die einfachste Art, sich eine Gedächtnisstütze aufzubauen ist wohl diejenige mit dem guten alten Zettelkasten. So antiquiert einem das vorkommen mag, er hat gegenüber den Computerverwaltungssysteme einen vortrefflichen Vorteil: Die Zettel können so beschriftet werden wie man will.

Mit den Wundermitteln der modernen Computertechnik, Datenbanken und was auch immer man da noch kennt, hat man nämlich einen entscheidenden Nachteil: Die Verwaltungsprogramme lassen sich ohne Programmierkenntnisse meist nicht auf den eigenen Bedarf anpassen. Und wer kann schon von sich behaupten, dass er, bloss weil er Informationen zu verwalten hat, noch eine Programmiersprache lernen möchte oder sich gar mit den kompliziertesten Datenbankanwendung auseinandersetzen möchte?

Sich ein Archiv herzustellen mit den wichtigsten Sachen, die man ständig braucht oder die man in der Zukunft vielleicht einmal brauchen kann, geht mit den guten alten Papierzetteln noch einfacher als mit den unzähligen Datenbanksystemen, die auf dem Markt vorhanden sind. Ein grosser Teil der Programme ist gratis oder gar als OpenSource erhältlich und haben einen Vorteil: Braucht man sie für ein Zitat – und das braucht man ja meist elektronisch – kann per Copy Paste der Text eingefügt werden und gleich noch die Literaturangaben beigefügt werden.

Macht man das mit einem handschriftlichen Zettelarchiv, braucht dies ein bisschen mehr Zeit. Erstens braucht man händisch einen Index zu erstellen, in dem man sich Begriffe notiert, mit denen man ein Zitat irgendwann einmal in Verbindung bringen könnte. Zettel müssen konsequent in diesen Index eingetragen, sonst kann man das Exzerpieren gleich lassen, denn Zettel in einem Archiv, die nicht im Index enthalten sind, verlieren ihren Wert. Höchstens durch einen guten Zufall kommt man wieder zur Information, die man eigentlich gesucht hatte.

Die Karteisammlung, die mit dem Papiersystem immer wieder nach dem richtigen Eintrag abgesucht werden muss, hat nämlich – trotz der Langsamkeit dieses Vorgehens – einen Vorteil, den man nicht mehr missen will, sobald die Sammlung eine gewisse Grösse erreicht hat: Beim gemütlichen Suchen der Karte, auf der das erhoffte Zitat steckt, trifft man andere Karten an, die einen auf andere Gedanken führen können und die Recherche in einen breiten Rahmen einbetten.

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Auf diese Weise wird auch der Weg der Suche wichtig, und es ist so, wie wenn man in einer Bibliothek über die Buchrücken streift, um das gesuchte Buch zu finden: Manchmal sieht man gleich noch einen weiteren spannenden Band, den man nach Hause mitnimmt, um gemütlich darin zu schmöckern, der dann die treffende Idee bringt. Wenn man nur den richtigen Titel gefunden hätte, wäre einem das Wesentliche nicht über den Weg gelaufen: Das nämlich, was auf den ersten Blick falsch geschienen hatte, dessen Wert man nicht von Anfang an einschätzen konnte.

Wer sich im Computer eine Datenbank anlegt, hat diese Effekt des Durchblätterns nicht mehr. Ein Effekt, der in den Gehirnrinden Verbindungen herstellt, die vielleicht nur durch das haptische Erlebnis ermöglicht wurde.

#30: Vom abbruchreifen Haus (133)

Bevor die Fassade dieses Blogs abzubröckeln beginnt, muss es unbedingt frisch verputzt werden. Abbröckelung ist nämlich für die Leute äusserst gefährlich, die an einem solchen Gebäude vorbeilaufen, hat man mir gesagt. Ich habe dies aus vertraulicher Quelle, denn als Hausbesitzer muss P. es wissen, dass man mit Abbröcklung nicht immer einfach davonkommt.

Es gibt Leute, die behaupten, sogar mit einer Busse davon gekommen zu sein, weil sie aus irgendeinem Grunde, der netten Einladung nicht gefolgt sind, doch endlich das Haus zu renovieren und der Fassade einen neuen Anstrich zu geben. Viel lieber sind sie mit dem Geld in die Ferien verreist und haben sich einen frischen Apfel vom Baum abgerockt.

Aber es wäre doch allzu Schade, aus den Ferien zurückzukehren und beim Abbruch des eigenen Hauses zuzuschauen, auch wenn es wohl für die Nachbarn eine Genugtuung wäre. Auch wenn man in den Ferien Häuser zu sehen bekommen hat, die sich in einem noch desolateren Zustand befanden. Je nach dem, wie weit südlich man sich begibt, so hört man, soll dies gar zur Baukultur gehören.

In diesen Kulturkreisen liegt den Behörden wohl aber daran, die Abbrucharbeiten nicht selbst durchzuführen. In Staaten, wo es noch etwas gilt, die Fassade zu wahren, wird wohl die Abbruchgenehmigung ziemlich schnell gewährt. Warum sollte man auch eine Ruine schützen wollen, in der schon neue Bäume wachsen, die der Natur sozusagen in ihrer Wildheit überlassen werden könnten? Und das erst noch mit der Kenntnis, dass es die Jahreszeiten gibt, denn Musik hat man ja immer schon gerne gehört. Und in einem Abbruchhaus hört sich diese Musik weniger gut als in einem Haus, das noch nicht in abbruchreifem Zustand sich befindet.