Im Irak wird gebloggt (29)

Heute ist in der Sonntagszeitung ein Bericht über irakische Blogger (leider nicht mehr online verfügbar) zu lesen, der mich sehr interessant dünkt, und der sogar Online erhältlich ist. Der Artikel betont nämlich die Bedeutung der Blogs, in denen «Bürgerjournalisten» schreiben, die im Orient gänzlich unterschiedlich zum Okzident zu sein scheint.

Blogger werden von traditionellen Medien ernst genommen

Weil Bagdad für JournalistInnen eines der gefährlichsten Pflaster auf der ganzen Welt ist, sind publizistische Organe, die nicht nur auf Mitteilungen der Besatzungsmächte setzen, auf die mutigen Blogger angewiesen. Die Blogger – oft irakische Journalisten, die in den Blogs Artikel publizieren, die für die Zeitungen zu brenzlig wären – legen sich ein Pseudonym zu, um nicht angegriffen zu werden.Der Artikel von Birgit Svensson ist sehr aufschlussreich. Was allerdings der Link zu inanews.com unter dem Artikel zu suchen hat, ist mir noch nicht aufgegangen. Viel interessanter wären doch Links zu englischsprachigen Blogs gewesen.Die Journalistin Birgit Svensson ist bereits seit 2003 im Irak und berichtet von dort für viele deutschsprachige Medien-Artikel von Svensson:

  • Bei der Welt
  • Bei der Faz (leider sind die Artikel aus dem Archiv nicht kostenlos anzusehen)

Öko-Ablasshandel zum Zweiten (27)

Das Spiel mit dem Gewissen

Der Öko-Ablasshandel, der mit myclimate.org etc. prominente Vertreter hat, scheint nicht nur mich (vgl. Beitrag (Post-)Moderner Ablasshandel) zu stören. Dass sich Leute ihr ökologisches Gewissen reinkaufen wollen und deshalb Spenden für jede Flugmeile tätigen, ist wohl schon von einem Bewusstsein für die Umwelt hervorgerufen, wird aber nicht durch verantwortliches Handeln quittiert. Ich habe den Al Goreschen Film nicht gesehen und habe ehrlich gesagt auch keine Lust, ihn mir zu Gemüte zu führen. Auf Tipps bezüglich Umweltverhalten von einem Umwelt-Aktivisten mit drei riesigen Displays, die weiss Gott auch nicht sehr umweltfreundlich sind, auf dem Schreibtisch kann ich gut verzichten. Dass Öko ohne Verzicht auf Vielfliegerei und grenzenlose Mobilität nicht funktioniert, meint auch Andreas Dietrich im Tagi-Magi.

Konsum fürs Klima

Dass Konsum und Klima nicht unbedingt miteinander verschmolzen werden soll ist wohl die naheliegendste Folgerung daraus, dass wenn etwas bewusst gemacht werden soll, es nicht mit dem normalen Konsum beigegeben werden soll. Das heisst, es soll nicht als Supplement zum Konzert Klimaschutz betrieben werden, wie dies beispielsweise bei Live Earth geschieht, sondern als bewusster Akt. Es ist so wie bei den Superpunkten von Coop: Wenn man ein Produkt nur kauft, weil man damit Superpunkte bekommen kann, ist es garantiert falsch, dieses zu kaufen. Beim Klimaschutz mit Live Earth genauso: Wer nur ans Konzert geht, um das Klima zu schützen, sollte effektivere Methoden wählen.Vielleicht hilft ja – ganz nach dem Motto der Streetparade – respect auch bei der Natur. Respekt haben vor der Gewalt der Natur sollten wir wohl alle, denn wir können sie nicht so einfach wie die S12 bändigen.

Update 12. August 2007:

Wenn wir’s schon von Streetparade und myclimate haben, sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Streetparade sich bei myclimate engagiert hat und deshalb die Lovemobiles «klimaneutral» – wie eine Dampfmaschine mit Holz – um das Zürisee-Becken fahren.

Liebe Spammer, geht in die Ferien (26)

Liebe SpammerInnen,

Bitte macht doch eine, gerne auch zwei, drei Sommerpause(n). Ihr könnt auch das ganze Jahr über Sommer haben, aber macht einfach eine lange Pause. Ein Burnout können wir, die wir in den Genuss eurer Dienstleistungen kommen, nicht verantworten. Lasst eure Computer mal ein kühles Eis essen, damit sie (und Ihr) wieder zur Besinnung kommen. Dann merkt Ihr vielleicht endlich auch einmal, was Ihr mühseliges macht (klar war es ein Krampf, alles einzurichten, aber denkt doch auch an die Konsumenten!). Viagra ist schon genug im Keller gestapelt, auch Gratis-Software, die meinen Browser in die Sätze bringt, habe ich schon genug heruntergeladen (und alles funktioniert auf meinem Mac nicht).

Im Grunde seid Ihr wie diejenigen Zeitgenossen, die Ihre Abfälle auf der Strasse liegen lassen und meinen, sie seien sozial («schliesslich schaffe ich Arbeitsplätze»). Die Mailbox würde nämlich viel besser funktionieren ohne die sehr nett gemeinten Ratschläge und Angebote. Vielleicht lest Ihr mal eure Mails durch, sie nützen sicher, da bin ich davon überzeugt!

Update 9. August 2007: Dieses Blog hat nun schon 99 Spam-Kommentare überlebt, es meint das sei nun genug. Akismet hilft zum Glück dabei, diese herauszufiltern.